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heimer Beſorgniß am frühen Morgen bemerkt, wie ſich einzelne der ſchweren Nebelwolken auf die höchſten Felſenkronen von Nedeen und Kenmare unbeweglich niedergelaſſen hatten. Dieſe gewannen gegen Mittag einen immer größeren Umfang, hoben ſich empor, ſenk⸗ ten ſich langſam in die Thäler und zogen endlich dü⸗ ſter und ſchwarz, Irlands böſen Geiſtern vergleichbar, in's Meer hinaus, wo ſie jede fernere Bewegung der kämpfenden Flotten mit ihren weit ausgebreiteten Schwingen verhüllten.
Wie ferner Donner rollten jedoch immer ſchneller die Schüſſe, welche die Gegner jetzt, mehr um ſich von ihrem Standpunkte zu überzeugen, als um ſich zu ſchaden, auf einander abfeuerten. In den Schluch⸗ ten der die Bantrybay umgebenden Gebirge aber be⸗ gann es wild und ſchreckhaft zu brauſen; auf ihrem Gipfel ſchüttelten die alten Waldbäume die rieſigen Wipfel, und ängſtlich zogen die Seevögel, im Vorge⸗ fühl des nahen Unwetters, vom Meere her landein⸗ wärts in die Sicherheit gewährenden Felſen. Das dunkle Gewölk hatte ſich zu einer einzigen ſchwarzen Wand verdichtet, die den ganzen Hintergrund des wei⸗ ten Horizonts einnahm, und bald gewahrten die be⸗ ſtürzten Blicke auf Greenlodge, wie das dunkelfarbige Meer, von dem zum Orkan herangewachſenen Sturm⸗ wind aus Weſten gepeitſcht, hochſchäumend zu ſieden begann. Mit niedrigen, ſcharf gerefften Segeln nä⸗ herten ſich die engliſchen Schiffe, ſchon ſchwer gegen die Wellen kämpfend, der Küſte. Nicht mehr geſchloſ⸗ ſen, wie früher, doch muthig vorwärts dringend, hielt die franzöſiſche Flotte noch immer die Richtung land⸗ wärts, indem ſie Schuß auf Schuß der Amphitrite, der Meermaid und dem Donnegal nachſendete, welche Crvokhaven und Cap Clear zu erreichen ſuchten, da


