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Sieg davon getragen haben, noch ehe die vom com⸗ mandirenden Oberoffiziere der Garniſon von Cork aus erbetene Hülfe angekommen ſein würde.
Immer näher kam die Flotte heran, und einzelne Schüſſe, welche die leichten, den beiden Flotten voran ſegelnden Schiffe mit einander wechſelten, verkündeten ſchon am felſigen Ufer, dumpf über den Wogen rol⸗ lend, den Anfang des Seegefechtes.
Geſpannt beobachtete O'Donnel durch ſein Fern⸗ glas, von ſeinen Getreueſten umgeben, jede Bewegung auf dem hohen Meere, und freudig zeigte er einem der zunächſt Stehenden, wie die Hörner der franzöſi⸗ ſchen Schlachtordnung ſich immer mehr gegen einander krümmten, wie einzelnen engliſchen Schiffen bereits durch ein kühnes Manveuvre des franzöſiſchen Admi⸗ rals der Wind abgeſchnitten wurde, und wie andere den Lauf rückwärts nach Bantry nahmen, obgleich nicht ohne ihren Gegnern die Preite Seite und eine volle Lage gegeben zu haben. Da ließ der Wind, der ſeit mehreren Tagen aus Südweſt geweht, ſeit dem Mor⸗ gen aber ſich ganz nach Weſten umgeſetzt hatte, all⸗ mählig nach, und zugleich mit dem Abnehmen deſſel⸗ ben hörte die Energie in den gegenſeitigen Bewegun⸗ gen auf. Immer kürzer kräuſelten ſich die Wellen, und es dauerte nicht lange, ſo lag der weite Ocean, wie eine große Spiegelfläche, faſt regungslos vor den Blicken der Beobachter. Jedes Manveuvre der Flotte hatte ſein Ende erreicht, denn ſchlaff hing ein Segel nach dem andern an den Maſten herab, und wie durch geheime Zauber gebannt, lag der Wald von Maſten auf offener See, gleich Schiffen, die im Hafen vor Anker die Segel zum Trocknen gelöſt haben.
Es war indeſſen nur eine kurze, verrätheriſche Ruhe, und nicht ohne Grund hatte O'Donnel mit ge⸗


