Während der Wildhüter, ſein Weib, Sally und die Dienerſchaft bemüht waren, ein drittes Bett für das Fräulein einzurichten, trat die alte Peppy, die Wirthin der Heideſchenke, mit ihrer unſchimmern Kräu⸗ terſchachtel unter dem Arme in die Stube und ſagte ihren Gruß leiſe und mürriſch. Dem Lord entfuhr bei ihrem Anblick ein Schrei des Schreckens und Un⸗ willens, und heftig rief er ſeinen Dienern zu:
„Was will das Weib? Wer hat ihr erlaubt, hier herein zu kommen?“
„Verzeihen Ew. Gnaden,“ verſetzte Donnough; „der Feldſcheerer fand die Wunden der Miß Marga⸗ ret ſehr bedenklich, und da er ſich ſtets der Beihülfe der Mutter Peppy zu bedienen pflegt, ſo hat er ſelbſt nach ihr geſchickt. Es iſt bekannt, daß ihre Mittel immer die beſten und wirkſamſten ſind.“
Der Lord wandte brummend das Geſicht ab, und Peppy packte brummend ihren Kram a Zuerſt verfügte ſie ſich zu Eliſabeth und gab ihr durch einige narkotiſche Tropfen die Beſinnung wieder, rieth ihr Ruhe an und band Sally mehrere Verhaltungsregeln in Betreff der Lady auf die Seele; dann ging ſie ſchweigend zu Miß Margaret und legte kühlende Salben auf die Wunden derſelben; endlich trat ſie an das Bett des Lords.
„Fort!“ ſagte er unwirſch und mit Abſcheu,„und rühre mich nicht an.“
„O, dieſe Hand war Ihnen doch ſonſt willkom⸗ men, gnädiger Herr!“ flüſterte Peppy höhniſch.„Doch ich will Ihnen meine Hülfe nicht aufdringen. Nur ein paar Worte hören ſie gütigſt an, Mylord. Des Königs Soldaten haben in dieſer Nacht den alten Dun⸗ foore mit ſeinem jüngſten Sohne gefangen genommen und in die Kerker des alten Schloſſes nach Lindſay⸗


