die Kanaille gegen Natur und Gott auf. Aber ſie ſollen ſehen, daß ſie der Teufel, ihr Herr und Meiſter, in's Verderben führt.“
„O Gott!“ weinte Eliſabeth.„Sie verſchließen Ihr Herz immer mehr den edlen und ſanften Gefüh⸗ len! Ihre Härte iſt fürchterlich!“ Und an das Bett auf die Kniee ſinkend, erhob ſie flehend die Hände nach dem Vater, der ſich von ihr abwandte. Miß Margaret aber rief:„Sie haudeln Ihrer würdig, My⸗ lord. Ich muß die Hunde, die mich mit ihren Knit⸗ teln ſo übel zugerichtet, mir meinen Arm entzwei ge⸗ ſchlagen haben, die ſich ſogar an Ew. Lordſchaft ge⸗ heiligtem Leibe vergriffen, als Sie mir zur Hülfe bei⸗ ſprangen, ich muß ſie hängen ſehen, eher werde ich nicht wieder froh und geſund.“
Eliſabeth lag noch immer weinend vor des Va⸗ ters Bett; da ſprang Sally hinzu und ſagte entrüſtet mit edlem Zorn im Auge:„Knieen Sie vor Gott, Mylady, und flehen Sie von ihm Gnade für die Ar⸗ men. Sie hören ja, daß Mylord geneigter iſt, die Re⸗ den jener Dame dort, die Gott noch nicht genug ge⸗ ſtraft hat, anzuhören, als Ihr kindliches Flehen. Es wird ein Tag kommen, wo dieſer erbarmungsloſe Mann ſeinen Starrſinn bereuen wird.“ Und das Fräulein emporziehend, wollte ſie dieſelbe aus der Stube füh⸗ ren; aber Eliſabeth entwand ſich ihren Händen mit den Worten:„Und wenn mein Vater noch ſo hart wäre, Sally, ſo darf ich ihn nicht von Dirtſchmähen laſſen, und in jedem Falle iſt und bleibt mein Platz an ſeinem Lager. Ich werde hier ausharren, ſo lang es meine Kräfte erlauben.“
Die letzten Worte waren in einem dumpfen Vor⸗ gefühl geſprochen; denn augenblicklich entfürbte ſich die Lady und ſank ohnmächtig in Sally's Arme.
Storch, ausgew. Romane u. Novellen. VII. 17


