Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

256

ihnen Rechte verliehen, ſie gütig behandelt? Und was war die Folge? Empörung, unverſchämte Forderung, wahnſinniger Freiheitstaumel. In der Vorausſetzung, das Gouvernement habe aus Furcht vor ihnen nach⸗ gegeben, machten ſie die albernſten Anſprüche und un⸗ terſtützten ihr Geſuch mit Feuer und Schwert. Sieh an dieſem großen Beiſpiel, was mein Schickſal im Kleinen ſein würde, wenn ich Deinen Bitten nachgäbe, Eliſabeth. Bitte etwas anderes, mein Kind, es ſoll Dir gewährt werden.

Ich habe nichts weiter zu bitten, Mhlord; das Eine war mein Alles, und noch kann ich nicht von meinem Verlangen abſtehen; es iſt mir in das Herz gewachſen, es iſt mir zu Blut und Lebensſaft gewor⸗ den. Auch kann ich Ihre Anſichten nicht theilen, mein Vater. Dieſe Leute waren unter dem vorigen Beſitzer von Lindſayhall gute, treue Unterthanen, brave Staats⸗ bürger. Ich habe mich genau darnach exkundigt, es iſt unter der Herrſchaft Sir William O' els auch nicht ein einziger Exceß vorgefallen. Und doch waren ſie auch arm. Aber er behandelte ſie leutſelig, gütig, menſchlich. Ziehen Sie nun ſelbſt den Schluß, war⸗ um es ſtets Empörung gab, ſeit Sie hier wohnen. O, möchten Ihnen die Ereigniſſe dieſer Nacht eine ernſte Lehre ſein! Woran liegt es denn, daß der Fre, der von Natur froh, heiter, leichtblütig, mit Weni⸗ gem zufrieden iſt, dem Drange des jedem Menſchen inwohnenden Gefühls folgend, endlich ſeine Menſchen⸗ rechte gewaltſam geltend macht?

Der Teufel iſt in das Volk gefahren, ſagte der Lord unwillig,und der trägt die Schuld, nicht ich. Von Frankreich iſt er herübergekommen und hat ihnen die Köpfe verwirrt. Unſre Väter konnten ſie ruhig beherrſchen, wie's in der Natur liegt; jetzt lehnt ſich