der Menſch fähig iſt in der wildeſten Verzweiflung! Dann iſt er kein Menſch mehr! Nein, ein Tiger, eine Hyäne, taub und blind vor Wuth! Bringen Sie die Leute nicht zum Aeußerſten!“
„Dein weibliches, zaghaftes Gemüth ſieht Schreck⸗ niſſe, wo keine ſind, Eliſabeth. Es ſind Phantome Deiner erhitzten Phantaſie. Du haſt in dieſer Nacht nicht geſchlafen; der Schrecken des Brandes, Deiner gewaltſamen Entführung, die blutigen Auftritte in den Felſenklüften haben auf Deine Nerven einen verwir⸗ renden, wildaufregenden Eindruck gemacht. Dies auf⸗ rühreriſche Geſindel muß hart beſtraft, muß mit eiſer⸗ ner Strenge niedergehalten werden. Man muß dieſer Hyder, der die abgeſchlagenen Köpfe immer von neuem wachſen, die Wunden mit Feuerbränden ausbrennen, wie Herkules mit der lernäiſchen Schlange gethan. Nur dadurch kann man ſie zu Paaren treiben. Ei, wie ni ſie übermüthig und trotzig die Häupter erheben mir unverſchämt Trotz in's Geſicht bieten, wenn ich Deine wenig überlegten Bitten erfüllen wollte! Sie würden, in der Meinung, ich fürchte mich vor ihnen, nicht mehr zu bändigen ſein, und das ganze Land in's Verderben ſtürzen. Glaubſt Du, ſie wür⸗ den das Geſchenk der Freiheit und Amneſtie meiner Großmuth anrechnen? O, Du Taubenunſchuld! Nein, ſie würden hohnlachend behaupten, die Furcht habe es mir abgepreßt, und dann wehe mir und allen Gü⸗ terbeſitzern dieſer und der benachbarten Grafſchaften! Wehe ganz Irland! Nein, mein Kind, meines Wohls und meiner Nachbarn, des Wohls des ganzen Vater⸗ landes wegen muß ich die Verbrecher beſtrafen und verfolgen. Ich bin es Irland und ſeinem Adel ſchul⸗ dig. Hat die Regierung dieſen tollen Menſchen nicht die ſchönſten Zugeſtändniſſe gemacht, ihnen nachgegeben,


