Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

247 geſſen Sie über der Freundſchaft Ihre dem Könige ſchuldige Pflicht nicht.

Ich werde O'Donnel der ganzen Welt zum Trotz meinen Freund nennen, brummte Howard ver⸗ drießlich in ſich hinein, während die Falkenaugen des Obriſten ſich auf ein leiſes Geräuſch nach dem Thore hinwandten und, unerachtet der noch herrſchenden Däm⸗ merung und des Nebels, Sir Lewis erkannten, der, Lady Eliſabeth am Arme, von Sally ONeil gefolgt, ſo eben in den Hof eintrat.

Zu Pferd, meine Herren! vor Ihre Züge! Schwa⸗ dron aufgeſeſſen! donnerte der Obriſt, entweder, weil er einen Rückhalt O'Donnels vermuthete, oder um ſei⸗ nem Feinde, der ihm jetzt in Eliſabeths Nähe dop⸗ pelt haſſenswerth erſchien, zu imponiren.

Man melde Lord Kildare die Ankunft der Lady! herrſchte er einem in der Nähe ſtehenden Diener zu; dann ſprang er ſchnell hinzu und bot Miß Eliſabeth mit einer tiefen Verbeugung den Arm, indem er ſich an den ruhig weiter gehenden Baronet mit den Wor⸗ ten wandte:Sparen Sie jede fernere Bemühung, Herr Ritter; die Poſſe iſt jetzt zu Ende. Oder wol⸗ len Sie etwa gar der Welt mit bewundrungswürdiger Dreiſtigkeit glauben machen, daß Sie als der Befreier der edlen Dame aus großer Gefahr kommen, um ſich den Dank vom tief bekümmerten Vater zu holen? Noch einmal, nicht weiter, mein Herr! Ihr Blend⸗ werk iſt nicht für Augen, wie die meinigen, gemacht! Doch in der That, Ew. Edlen hier machte er eine tiefe Verbeugunghaben in den Augen eines gewiſſen Publikums Ihre Rolle trefflich, bis zur Wirk⸗ lichkeit täuſchend, geſpielt. Rechnen Sie indeſſen nicht zu viel auf Thränen des Dankes; hier möchte wohl eher etwas heißes Blut fließen.