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„Tim? Tim!“ fuhr Kildare empor.„Was bringſt Du? Was haſt Du ausgerichtet? Komm ſchnell! meine Seele lechzt nach ein paar Worten aus Deinem Munde. Biſt Du ſchon wieder da! Das nenn' ich ſchnell expedirt!“
„Dafür iſt er aber auch Ihr getrener Bote Däum⸗ ling mit den Siebenmeilenſtiefeln,“ ſagte Margaret giftig.„Und hat er nicht Däumlingsgeſtalt.“
„Verzeiht, wunderſchöne Dame,“ verſetzte der kleine Hausknecht mit Lachen,„Zum Däumling bin ich doch etwas zu groß gerathen; ſo es Euch jedoch beliebt, mich mit einem der trefflichen Märchenhelden zu ver⸗ gleichen, ſo nennt mich lieber Ruprecht mit der Kuppe, und ich bin ſtolz genug, zu glauben, daß ich dieſem wackern Prinzen nicht allein an Leibesgeſtalt ähnlich bin. Ihr werdet mir dann aber auch erlauben, Euch für die Schönſte aller Schönen, für die ſehr ehren⸗ werthe Prinzeſſin Tauſendſchön zu halten, bevor ſie mit dem Prinzen Ruprecht bekannt wurde*).“
*) Die ſchöne Märchenwelt iſt Manchem fremd geworden oder gar geblieben; deshalb die kurze Erklärung: Däumling war der jüngſte und kleinſte Sohn eines armen Holzhackers, bei ſeiner Geburt nicht größer, als ein Daumen und ſpäter im Wachsthum nicht ſehr vorgeſchritten, dafür aber deſto klüger. In ſeiner Geſchichte kommen viel ſchlagende Beweiſe ſeiner Klugheit vor; er rettete ſich und ſeinen Geſchwiſtern zu verſchiedenen Malen dadurch das Leben, betrog den Men⸗ ſchenfreſſer Oger und zog, verfolgt von demſelben, dieſem Rieſen die Siebenmeilenſtiefeln aus, die er nachher trefflich benutzte, und als Bote des Königs große Reichthümer er⸗ warb.— Ruprecht mit der Kuppe war ein ſehr häßlicher kleiner Prinz, mit einem Haarbuſch auf dem Haupte, der ihm den Beinamen gab. Doch hatte ihm ſeine Frau Pathe, eine Fee, die Eigenſchaft verliehen, daß er von ſeiner immenſen Klugheit einem andern menſchlichen Weſen ſo viel mittheilen konite, wie ihm beliebte. Mit den Töchtern des benachbar⸗


