Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
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ſcheide ich von Dir, um mein Heil in der Flucht zu ſuchen.“

„Ich ſehe ein, daß Du fort mußt,“ verſetzte Eli⸗ ſabeth,„aber es iſt mir unmöglich, allein in dieſem ſchauerlichen Aufenthalte, in dieſer fürchterlichen Lage, zurückzubleiben. Ich würde ſterben, wenn der blutige Kampf ſich bis hierher wälzte, und es iſt alle Wahr⸗ ſcheinlichkeit dazu da. Ich würde ſterben über die Ungewißheit Deines Schickſals. Ich fliehe mit Dir. Und ſollſt Du umkommen in dieſen dräuenden Felſen oder im Meere, ſo will ich mit Dir ſterben; ſollſt Du gefangen werden, ſo will ich ebenfalls Dein Loos theilen.“

„Aber Du wirſt die gefährlichen Leitern in der Nacht nicht ſteigen können; jeder Schritt auf den Fel⸗ ſen, deren Gelegenheit wir nicht kennen, droht Dir den Tod!“

„Dir nicht minder, mein Freund!“ ſagte Eliſabeth zärtlich.„Komm, laß uns zuſammen ſterben!“ Ihr Auge ſtreifte ihn mit einem unausſprechlich ſüßen Blick, ihr Kopf ſank an ſeine Bruſt.

„Fort, Fort!“ ſtürmte jetzt Sally herbei, die im Felſengange gelauſcht hatte.„Die Weiß⸗Jungen wer⸗ den zurückgedrängt, die Soldaten werden bald hier ſein. Fort, um Gottes heiligen Willen!“

Wirklich ertönte jetzt Waffengeklirr an der Ge⸗ ängſteten Ohr. Da ſtürzte Judy Leghan herein und rief:„Folgt mir! ich kenne den Weg über die Fel⸗ ſen.“ Und raſch eine der Leitern erklimmend, zog ſie die Lady nach. Dieſer folgte Lewis, und zuletzt er⸗ ſtieg Sally die gefahrvolle Staffel, ſtets bereit, den Baronet mit ihren Händen zu unterſtützen, oder, wenn er wankte, von ihm hinabgeſchleudert zu werden. Glück⸗ lich gelangten ſie auf die Felſen hinauf. Wildes,