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Schande war mein eigenes Kind! Fühlen Sie, Sir, die bodenloſe Tiefe meines Jammers? Nein! Sie können es nicht! Kein Menſch kann es. Es ergab ſich aus wenigen Fragen ſonnenklar, ſie war mein Kind, und mein Weib, das dies mein Kind zu dem abſcheulichen Gewerbe angehalten hatte, war Tags vorher an den Folgen ihres Lebenswandels Todes verblichen. Wie ich geweint, geraſ't, das weiß ich nicht mehr. Genug, ich befand mich in der elenden Wohnung bei der Leiche meines Weibes. Geflucht habe ich ihr nicht, daß ſie mein Kind dazu gebracht; Noth und Mangel hatten ſie dazu getrieben; ihr jüngſtes Töchterlein war im Elend dahingeſtorben; ſie waren von London nach Portsmouth ausgewandert, um hier von den friſch ankommenden Matroſen beſſeren Ver⸗ dienſt zu haben und wohlfeiler zu leben. Nein, ihr habe ich nicht geflucht, ſie war ja todt, auch meinem Kinde nicht, es trug ja keine Schuld und war trotz ſeines tiefen Falles ein edles, treffliches Weſen. Sally war eine in den Koth getretene Perle; wahrlich, Sir, ſie war unſchuldiger, als manche Reine! Aber Irlands Unterdrückern habe ich geflucht, furchtbar geflucht, die mein Kind, die eine ONeil ſo weit gebracht haben, und habe ihnen ewigen Haß und Verderben geſchworen, und ich will meinen Schwur halten, oder nicht ſelig werden! O glauben Sie mir, Herr! mein Weib war ſchön und fromm und ihrem Gatten treu inmitten aller Verführung, welche ſie ringsum in London umgab. Ich küßte die kalte bleiche Stirn, und eine Thräne fiel aus meinem Auge auf die Sünderin. Es war die heißeſte Thräne in meinem Leben, aber in ihr ſprach ſich meine Vergebung aus, und ſie hat das Weib gereinigt von dem Fehltritt, den ſie aus Noth begangen hat.


