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daß es die Engel im Himmel erfreue, wenn eine ge⸗ fallene Seele gerettet wird, und daß der ewige Vater einen Gnadenblick auf ihren Retter werfe. Ich blieb ſtehen, ſah dem bleichen Mägdlein mit den kummer⸗ vollen Zügen in die Augen und ſprach ernſt: Haſt Du darum dieſen ſchönen Leib von unſerm gütigen Gott zum Gnadengeſchenk erhalten, daß Du ihn auf der Straße für elend Geld an beſoffene Matroſen ver⸗ kaufeſt? Fühlſt Du nicht, daß Du Gott ſchändeſt, deſ⸗ ſen Ebenbild, ſein Geſchenk, Dein Leib iſt? Warum dienſt Du nicht als redliche Magd und iſſeſt Dich ſatt bei Müh' und Arbeit im Schweiße Deines An⸗ geſichts, wie Gottes Gebot lautet, ſtatt ein ſolch ver⸗ worfenes Leben zu führen?— Da ſtürzte das Mäd⸗ chen vor mir auf die Kniee und weinte: Herr, ich will Euch ja gern als Magd dienen, wenn Ihr mich haben wollt! Meine Mutter hat mich zu dem Leben erzogen, das ich treibe, und das ſie ſelbſt trieb, von der Noth gezwungen. Aber ſie iſt geſtern an einer böſen Krankheit geſtorben; gebt mir nur ſo viel, daß ich ſie begraben laſſen kann. Dann macht mit mir, was Ihr wollt.— Ein Stein hätte ſich erbarmen müſſen, wie viel mehr ich, der ich flennte, wie ein Kind. Wie heißt Du, armes Weſen? fragte ich. Sally, war ihre Antwort; ich bebte zuſammen beim Tone dieſes Namens, den mein älteſtes Töchterlein geführt. Und Dein Geſchlechtsname? fragte ich wei⸗ ter.— O'Neil!— Herr, als ſie das Wort geſprochen, war mir's, als ob die Häuſer am Quai über mich her⸗ ſtürzten und der Boden unter mir wankte. Wie die Donner einer vollen Lage vom Intrepide über die Wellen hinrollen, ſo tönte mein eigener Name, von den Lippen des unglücklichen Geſchöpfes gelispelt, zer⸗ malmend in meinem Innern wieder. Die Tochter der 156


