Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
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in den vſtindiſchen Gewäſſern kämpfte ich unter der Flagge des Volks, das ſich das freieſte der Erde nennt, gegen die Freiheit fremder Völker. Im Kampfe bei Miſore, wo wir zum Sturm auf die feſten Wälle von den Schiffen beordert wurden, verlor ich das Auge, und nach langer Abweſenheit habe ich erſt vor drei Jahren Englands weiße Felſen wiedergeſehen. Reiche Priſengelder wurden im Hafen von Portsmouth ver⸗ theilt. Voll Freude ſtieg ich ans Land. Das ver⸗ lorne Auge verſchaffte mir den Abſchied, und ich dachte nun wieder, wie ſonſt, nur an mein Weib und meine Kinder, und wie ſie nicht mehr zu hungern brauchten, wenn ſie noch lebten; ich hatte ſorglich für ſie geſpart. Der Jubel meiner Gefährten, die in trunkener Freude die Früchte langer blutiger Jahre am Ufer vergeude⸗ ten, reizte mich nicht. Die Wolluſt, die in ſo ſchreck⸗ licher Blöße ihre verführeriſchen Bilder in den See⸗ ſtädten entfaltet, hing ſich an jeden meiner Schritte. Doch ihre Lockungen wurden vergebens an mich ver⸗ ſchwendet. Nach allen Seiten hin herzhaft mich ih⸗ rer wehrend, drang ich durch die wüſten Haufen der feilen Dirnen; denn nach London trieb mich mein ſeh⸗ nend Herz. Ich hatte die Stelle am Quai erreicht, wo der Weg von Portsmouth nach Gasport führt, als mich vor einem Branntweinladen ein ſchönes Mäd⸗ chen anredete. An ihrer Kleidung erkannte ich ſie auch als eine der Luſtdirnen, die auf die geldſchweren Ma⸗ troſen warten, wenn ſie von den Schiffen ſteigen. Sie war nicht ſo frech, wie die andern, die ihr zu⸗ vorgekommen, ſich verſehen hatten; ihr blieb nichts übrig, als ſich an den alten Seemann zu wenden; aber ſie war nicht zudringlich, ihre weiche Stimme zitterte, ich ſah eine Thräne in ihrem herrlichen Auge glänzen.

Da dachte ich an Gott und mein ewiges Heil, und