Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
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nem ſeligen Vater. Aber Ihr habt Euch ſo verändert, daß ich Euch nicht wieder erkannt hätte.“

„Nicht wahr, das Leben hat auch meine äußere Hülle arg zugerichtet?“ lachte der Lootſe bitter.„Sie haben viel Böſes erfahren, Sir Lewis, aber alle Ihre Schickſale ſind Süßigkeiten gegen den Hefentrank, den mich das Leben bis zum Bodenſatz auszuleeren ge⸗ zwungen hat. Ständen Sie mit meinen Erfahrungen an meinem FPlatze, Sie würden denken und reden wie ich. Sproſſe einer edlen Familie, hatte ich nichts ge⸗ lernt, was mich nähren konnte; ich hatte ein kleines Eigenthum von meiner Mutter in Dunmoore und trieb Feldbau, aber ich war leichtſinnig und hatte Unglück. Meine junge Frau konnte ſich nicht in unſere Lage finden. Wir verarmten immer mehr. Hunger und Stolz trieben uns endlich mit unſerm Kinde fort. Auf Antrieb meines Weibes gingen wir nach London. Ich wartete dort der Einkehr des Glücks und nährte mich anfangs vom Pferdezureiten, denn ich war ein guter Reiter. Aber in einer böſen Nacht, wo ich leider über den Durſt getrunken, verlockt von Schelmen, wurde ich zum Matroſen gepreßt, von meinem Weibe und zwei Kindern geriſſen, und ſegelte an Bord des Intrepide wider meinen Willen in die weite Welt. Ich jammerte erſt nicht wenig, weil mir ahnete, daß die Armen nun wieder hungern würden, wie vorher. Doch die Peitſche machte mich luſtig. Gleich einem Wieſel erkletterte der Sohn der alten edlen ONeils, der Herren ungeheurer Länderſtrecken Irlands, die Maſten und lachte auf der luftigen Höhe in grimmi⸗ ger Fröhlichkeit hinaus in die ſtürmenden Wogen, bis mir heiße Thränen über die Backen herabfloſſen, und der kalte Nachtwind mich endlich hinab in die warme Hangematte trieb.— Am Hudſon, bei Rhodeisland,

Storch, ausgew. Romane u. Novellen. VII. 5