214
rechtigkeit von Seiten ihrer Unterdrücker erfahren müßten.
„Hier quälen uns die Lords und Grundbeſitzer,“ eiferte er.„In Tipperary klagen ſie über die uner⸗ ſättliche Habgier der evangeliſchen Pfarrer, in Gal⸗ way über beide zugleich. Rings um die gute Stadt Cork herrſcht Hungersnoth, denn zu den höchſten Prei⸗ ſen kauft die Regierung Kartoffeln und Lebensmittel jeder Art, um die Magazine anzufüllen, aus denen ſie die Expeditionen verproviantirt, die fortwährend zu Eroberung und zu Anlegung neuer Colonien in die entfernteſten Winkel der Erde ausgeſchickt werden. Während das Volk in Irland faſt Hungers ſtirbt, geben unſre Herren Subſidien an Europa's Fürſten, um Kriege zu führen, deren Erfolge nur England zu gut kommen. Die Schwachen merken es nicht, und man bewundert auf dem Continente, wo eine Geld⸗ ſendung nach der andern ankömmt, die britiſche Groß⸗ muth, ohne das Blut zu erblicken, das an dieſen Schätzen klebt, Schätzen, die zum Theil vom Ganges hereingeſchleppt wurden, den neuerdings dem eiſernen britiſchen Scepter unterworfenen Völkern mit grauſa⸗ mer Härte abgepreßt. Im übrigen Europa beneidet man das vermeintliche Glück, den blühenden Wohlſtand des Inſelreiches und weiß nichts von einem Anblicke des Entſetzens, wo Tauſende, wie bleiche Geſpenſter umherwanken. Jede Höhle, jede Kluft hallt wider von den Seufzern der ſterbenden Unglücklichen; ſelbſt im ſtolzen Mutterlande verhüllt ſich die Armuth nur dürftig unter dem erborgten Gewande. Doch Alles vergebens! Mit dem Bajonnet treibt man in Cork und Waterford die Leidenden von den Vorrathshäu⸗ ſern, und im Kanonendonner der Magazinſchiffe, die mit vollen Segeln und ſtolz wehenden Wimpeln den
—— 7——


