Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
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Euch alle, Ihr Männer!“ ſagte O'Donnel tief be⸗ wegt.„Ach, ich ahne aus dieſer wilden Leidenſchaft⸗ lichkeit nichts Gutes für mein Vaterland. Der ſchönſte Sieg eines Mannes iſt der über ſich ſelbſt, die höchſte Klugheit, den rechten Zeitpunkt erwarten und dann mit aller Kraft handeln. Ihr habt beides verfehlt. Seht mich an! Mir erſchlug Kildare den Vater; hab' ich mich an ihm gerächt? Ich verlor alle Güter mei⸗ ner Vorfahren; hab' ich daran gedacht, mir als Ein⸗ zelner Recht zu verſchaffen? Folgt meinem Beiſpiele! Verhaltet Euch ruhig, bis ich Euch zum Kampfe auf⸗ rufe, aber dann zum offenen im Angeſicht des Tages! Zerſtreuet Euch noch dieſe Nacht, ſuche jeder ſeine Wohnung, gehe jeder morgen an ſeine Arbeit, und wartet geduldig bis die Stunde der Erlöſung ſchlägt.“

Er grüßte mit der Hand und ſchritt würdevoll dem Eingange der Grotte zu. Unter den Weißkitteln entſtand ein Murren; einige ſchienen ihm antworten zu wollen, andere machten Miene, ihm zu folgen. Dunfoore aber, der Herr des Felſenthales, der wegen ſeines Alters und ſeiner Stellung in der Familie O'Donnel bei Allen hohes Anſehen genoß, gebot ih⸗ nen im ſtrengen Tone, zurückzubleiben, und die wilden Iren gehorchten und ſetzten ſich wieder ruhig und ge⸗ räuſchlos, wie vorher, um das jetzt düſter glimmende Feuer.

Nur einer unter ihnen, der aus den Worten O'Donnels deſſen Abſicht, Miß Eliſabeth dem Vater wiederzugeben, errathen haben mochte, der einäugige Lootſe Evans ONeil, äußerte ſich mißbilligend über die große Geduld und die Schonung, welche ihnen der Baronet fortwährend zur Pflicht machte, während ſie ſelbſt doch täglich neue Beweiſe von Härte und Unge⸗