34
über ihm erhob; dann zog er die, nach ihren letzten Worten ſich ganz ihrem Schmerz hingebende Geliebte mit der Linken an ſeine Bruſt, während er die Rechte zum Schwur erhob, drückte einen Kuß auf die kalte Stirn der ſchönen Jungfrau, die gleich einer geknickten Lilie langſam auf die Bank zurückſank, und ſagte mit feierlicher Stimme:„Keine Rache an Deinem Vater! ſo ſchwört ein O Donnel einem Engel. Du hörſt es, Vater über den Sternen!“ Raſch that er dann einige Schritte auf dem aus dem Park führenden Wege vor⸗ wärts; doch noch einmal wandte er ſich zurück, breitete die Arme aus nach dem letzten theuerſten Weſen, welches er jetzt auf ewig zu verlieren im Begriff war. Er ſah ſie troſtlos weinend in Sally's Armen liegen, und die Mondnacht goß alle ihre wehmühtigen Schauer über ſein Herz.„Keine Rache, meine Eliſabeth!“ wiederholte er noch einmal mit leiſer Stimme und war gleich darauf in der Dämmerung und im dichten Gebüſche des Parks
3. In der Heideſchenke.
Ein altes, ärmliches Haus mit ſchadhaften Lehm⸗ wänden und geringem Gehöft ſtarrt, wie ein ergrau⸗ ter Wächter des einſamen Moors und deſſen Geheim⸗ niſſe wohl kennend, aber nicht verrathend, aus dem Nebelmeer der Heide empor und dehnt ſeine baufälli⸗ gen Giebel und ſeinen eingeſunkenen Firſt dem Mond⸗ licht entgegen, das das Moos des Daches und die


