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„Betty!“ rief O'Donnel ſchmerzlich.
„Wir dürfen uns doch nicht wiederſehen, Lewis. Du weißt es warum; ich wage es nicht auszuſprechen, aber es brennt, ein feuriger Schmerz, in meiner Seele; wir müſſen für dieſes Leben ſcheiden; denn wenn wir uns auch ſpäter begegnen, ſehen, ſprechen ſollten, ſo können und dürfen wir nicht die Alten ſein. Jetzt, hier trennen ſich die liebenden Herzen. Wir wollen unſere Jugend und das ſüßgeträumte Glück einer ſo viel verſprechenden Zukunft in das Grab Deines Va⸗ ters legen.— Weine, weine nur! Nie darfſt Du dieſe Hand mehr faſſen, ein blutiges Geſpenſt drängt ſich zwiſchen uns; es heißt Mord! Schaudere und verlaß mich. Aber der Ort, wo der Gemordete, Dein edler Vater, ruht, den ich ſeit früheſter Kindheit als den meinigen zu ehren gewohnt war, heiligt unſern Abſchied, verſöhnt den Schatten des Mannes, der für eine gute Sache fiel, und bringt“— hier ſank ihre Stimme zu kaum vernehmbaren Lauten herab— „vielleicht auch meinem unglücklichen Vater den lang⸗ entbehrten Lebensfrieden wieder, wenn es noch mög⸗ lich iſt.—— Und nun, theurer Lewis, Gefährte meiner Iugend, einziger Freund, Mann meiner heißeſten Liebe! verlaß mich jetzt, ich flehe es als eine Wohl⸗ that von Dir, die Du mir nicht verſagen darfſt. Was das ſchreckliche Verhängniß hier trennte, wird der gütige Vater oben liebreich wieder einen, wenn Du nicht etwa ſelbſt durch den unſeligen Gedanken an Rache alle Bande, die uns feſthalten für ewige Zeiten, ſchon hier auf Erden zu trennen beabſichtigſt. O Lewis, keine Rache an meinem unglücklichen Vater!“
Schwer aufathmend warf O'Donnel einen Blick auf das Monument, welches ſich im Strahle des auf⸗ ſteigenden Vollmonds, wie von einer Glorie umgeben, Storch, ausgew. Romane u. Novellen. VII. 8


