Teil eines Werkes 
1. Theil (1855)
Entstehung
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ſehen, Dich am Tage Deiner Ankunft in Irland zu begrüßen an dieſem Orte der ſchmerzlichſten Erinne⸗ rungen für uns beide.“„

„Wie? ſo wußteſt Du von meiner Ankunft? Ja es war Dir ſogar nicht unbekannt, daß ich hierher, an dieſe Stelle, dieſen Abend noch kommen würde?“ fragte Lewis höchſt erſtaunt.

„So iſt's, mein Lieber! Dies Räthſel wird ſich Dir löſen, wenn ich Dir ſage, daß Sally ONeil, der unglückliche Sproß einer Familie, der einſt mei⸗ nes Vaters meiſte Beſitzungen im Süden der grünen Inſel gehörten, mir treu ergeben iſt, und ich in ihr, ſeit ſie nach langer Abweſenheit nach Dunmoore zu⸗ rückgekehrt iſt, eine edle Freundin gefunden habe, der mein Herz jedes Geheimniß, jedes Gefühl zu offen⸗ baren ſich gedrungen fühlt. Sally iſt alſo auch mit

dem großen Glück und dem noch weit größern Unglück

unſerer Jugend bekannt, und ihre theilnehmende Bruſt ſehnte ſich lange ſchon, Dich perſönlich kennen zu ler⸗ nen. Dies iſt heute der Fall geweſen; aber kaum hörte ſie aus Deinem Munde, daß Du Deines Vaters Grab noch dieſen Abend beſuchen wollteſt, als ſie das Hochzeithaus verließ und mit der Schnelle eines Rehes über das Moor nach Lindſayhall herübereilte, um mir Deine Ankunft und Dein Vorhaben zu verkünden. Ich zögerte keinen Augenblick, dieſe koſtbare Gelegen⸗ heit zu benutzen; Sally hat mich hierher begleitet; im Schatten jener Bäume haben wir Dich erwartet und— mit Dir gebetet, gebetet für die Ruhe deſſen, der da unten liegt, und für Dein Wohl, mein theurer Jugendfreund.— Und nun ich Dich geſehen, Du edler Mann, iſt mir das Herz weit aufgegangen, und ſelige Ruhe hineingezogen und Stärke, von Dir Ab⸗ ſchied zu nehmen, Abſchied für dieſes Leben.“