35
verwitterten Sparren mit ſeinem elfenfarbigen Zauber überkleidet und durch Ritze und offene Dachlöcher, gemeinſchaftlich mit dem vom Meere herüberfahrenden Winde, in das Innere dringt und dort auf zerbröckel⸗ tem Boden, an ſchwarz geräucherten Wänden und an zerbrochenem, elendem Hausrath gaukelhaften Spuk erregt. Vor der geſchweiften Thüre, über welcher das iriſche Wappen als Schild in einem dem Gebäude ſelbſt angemeſſenen Zuſtande hängt, führt Michaul Dahna das Pferd des Baronets hin und her, wäh⸗ rend Dunfvore, einen Krug Ale in der Hand haltend, dem jungen Ehemanne auf Sir Lewis Wohl zutrinkt. Beide waren dabei in eifriger Unterhaltung mit eini⸗ gen Männern begriffen, die, über die untere Hälfte der Hausthür gelehnt, die Bewegungen des ſchönen Thieres mit Kenneraugen verfolgten; und ſo wurden ſie ODonnel nicht eher gewahr, bis das treue Roß, als eben ſein Führer nach einer Wendung wieder Halt vor der Thüre gemacht hatte, hell aufwieherte und durch Scharren und muthige Sätze ſeine Freude über die verzögerte Ankunft ſeines Reiters an den Tag legte. Nicht wenig waren der Alte und der junge Burſche überraſcht, Sir Lewis, der noch vor kaum einer Stunde, ſo frendig ergriffen von den Erinne⸗ rungen an die Ingendzeit, mit ihnen geplaudert hatte, bleich und in ſich verſunken zu erblicken. Der neu⸗ gierige Dunfoore hatte große Luſt, ſich nach der Ver⸗ änderung zu erkundigen; aber O'Donnel ſchnitt ihm jede Gelegenheit zum Nachforſchen dadurch ab, daß er die Zügel aus Dahna's Händen nahm, ſich aufſchwang und mit den Worten dem Gebirge zu ſprengte: „Ihr wißt mich nun zu finden, Du, mein guter Junge, und Du, alter Kauz, wenn Euch vornehme
3*


