—— ——
30
den niedrigen, am Boden feſtgeballten Nebelmaſſen, aus denen nur einzelne höhere Büſche und hie und da ein ragender Steinpfeiler, umſiedelt von ſchauer⸗ lichen Sagen und Geſchichten, in der Ferne die Felſen⸗ ſtirn der Teufelsmauer und auf der andern Seite das Giebeldach der einſamen Heideſchenke und der ver⸗ fluchte Baum des Galgens geſpenſterhaft auftauchten, von unbeſchreiblicher Wirkung. In geringer Entfer⸗ nung ragten die ſchwarzen Caba⸗Berge recht grauenvoll düſter über die Heide empor. Bald langſamer, bald ſchneller ſchritt der junge Mann über den weiten Tummelplatz ſeiner Jugend, und alle die ſeltſamen Dichtungen, die ihm früh aus des Volkes Mund ge⸗ tönt und womit der geiſtesrege Jrländer ſo freigebig ſeine Sümpfe, Heiden, Berge und Hügel ausſchmückt, fielen ihm bei; doch durch das dunkle Laubgewinde der abenteuerlichen Sage, zu welchem jeder Stein, jede Erhöhung oder Vertiefung, jede Bach⸗ oder Weg⸗ krümmung ein Blatt lieferte, zogen ſich die hellen duftenden Blumen ſchöner Jugenderinnerungen, welche dieſelben Gegenſtände lieferten.
Mehr finſter als wehmüthig geſtimmt, trat er endlich an die Pforte des Parks und ſchritt durch die herbſtlich gefärbten Laubgänge einer Höhe zu, von welcher ihm unter einer hohen Baumgruppe, die in das melancholiſche Mondlicht gehüllt war, das die Feierlichkeit eines ſolchen Ortes noch um ein Großes vermehrte, der weiße Marmor entgegenſchimmerte, unter dem die irdiſchen Reſte ſeines Vaters ruheten, wäh⸗ rend am Ende des zum Monumente führenden Haupt⸗ weges die Thürme und Zinnen des gothiſchen Schloſſes ſichtbar wurden.
Lange weilte ſein düſtrer Blick auf dem einfachen Denkmale. Da überwältigte ihn plötzlich der ſchmerz⸗


