. 2
*
ſind wir am erſehnten Ziele,“ ſagte der junge Mann,
7
vom Grundherrn, dem das Erbarmen fremd iſt, oder von deſſen Pächtern des Obdaches beraubt, die letzte Zuflucht ſuchen mußten, das Mitleid der Vorüberge⸗ henden anflehen: dann hat er ein treues Bild vom Zuſtande der iriſchen Landleute, das, einmal geſehen, nimmer aus ſeinem Gedächtniß entſchwinden wird. Einer jener ſchönen Spätſommertage, die der Na⸗ tur ſo eigenthümliche Reize verleihen, daß ſelbſt min⸗ der begünſtigte Gegenden durch Beleuchtung und duf⸗ tige Färbung einen Anſtrich von idylliſcher Schönheit erhalten, erhob auch den Weiler Dunmoore mit ſeiner ſonſt dürftigen Umgegend zu einem leidlichen Land⸗ ſchaftsſtück, deſſen Vordergrund die tiefer liegende Bucht, deſſen Faſſung die herbſtlich bunten Bäume um die Hütten, deſſen Hintergrund der oft ſich ziem⸗
lich hoch erhebende, bis zum Cap Crow fortlaufende
Höhenzug der mit dunkeln Fichten bepflanzten Caba⸗ Berge abgaben. Die Felder ſtanden meiſt in gelber Reife, denn die Ernte des Jahrs 1795 war vor der Thüre. Gegen Abend wurde dort ein einzelner Rei⸗ ter bemerkt, der, etwa eine Meile von Dunmoore, die Straße von Killarney nach Bantry verließ und den zum Dörfchen führenden Nebenweg einſchlug. Das mit Staub und Schweiß bedeckte Pferd verrieth, daß es ſeinen Herrn nicht blos zu einem Spazierritt ge⸗ tragen; dieſer aber, dem es leid ſchien, das edle Thier mehr als gewöhnlich angeſtrengt zu haben, klopfte deſſen ſchlanken Hals bernhigend und ſuchte es durch Schmeichelworte zum langſameren Schritt zu vermö⸗ gen, ſo oft es in ſeiner heftigen Aufregung bald im Galopp bald im Trabe weiter zu eilen im Be⸗ griff war. „Genug für heute, mein braver Abdul! bald


