238 wie alle Gnadenketten zu thun pflegen. Auch hab' ich meinen Hoſſtaat, gehorſamer meines Winks, als der Hof des Königs von Dänemark dem ſeinigen und nicht voll Intrigue und Bosheit wie jener“ Und er pfiff bitter lachend den Mäuſen„Sind Sie denn nicht auf ähnliche Weiſe logirt, mein Fräulein?“
„Ei freilich, mein Geliebter“, flüſterte ſie durch die Eiſenſtäbe,„mein Bruder hat mich in's Irren⸗ haus ſtecken laſſen; da hab' ich lange Jahre in einem Stübchen geſeſſen, das nicht größer und auch vergit⸗ tert war, wie Euer Bauer. Ich habe immer nach Euch gefragt und auch oft erfahren, wie's Euch ging. Endlich hab ich erbeten, daß ich zuweilen ausgehen darf, aber den Irrenwärter geben ſie mir immer mit. Seht, dort ſteht er bei Euerer Wache. Das iſt nun Friederikens Begleiter.“
„Wir ſind auch heute ein würdiges Paar, wie wir ſtets waren. Wir ſpürten immer etwas von der Natur des Adlers in unſern Seelen. Darum wur⸗ den wir in Käfige geſteckt. So zähmt man Adler, bis ſie den ſchlauen Cäſar grüßen.“
„Iſt das das Loos kühner und ſtarker Geiſter auf Erden?“ fragte die Dame ſchmerzlich.
„Es iſt's, wenn ſie ſich nicht dem Geſetz der Kö⸗ nige beugen. Doch laſſen wir Das!— Ihr Be⸗ ſuch gibt mir die tröſtliche Ueberzengung, daß Sie mich immer noch lieben, Friederike.“
„Ich liebe Euch noch eben ſo heilig, als ſohſt, wenn's auch oft in meinem Kopf wie Feuerglut brennt und ich nicht weiß, was ich rede und thue. Es iſt mir oft, als wär't Ihr bei mir. Dann ſprech' ich mit Dir. Nicht wahr, mein ſchönes Lieb, mein küh⸗ ner Seeheld? Hörſt Du die Wogen brauſen, die Brandung donnern? Sieh', wie Dein Schiffchen durch die Wellen ſchießt. Der Sturm brüllt, die Wogen
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