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einen vom Könige unterzeichneten Befehl, einen ſolchen Bauer bauen zu laſſen und Norcroß hineinzuſtecken. Der Bauer wurde in des Kapitäns Gefängniſſe ge⸗ baut, drei und ein halb Schritt lang, drei Schritt breit; er beſtand aus vier Zoll dicken viereckigen Eichen⸗ balken, die vier Zoll breit von einander von der Decke des Zimmers bis zum Boden liefen. Unten war der Bauer mit ſtarkem Eichenholz unterlegt und einen Viertelfuß über die Erde erhöht. Eine ſtarke eiſerne Stange lief quer hindurch, an welcher die Fußkette des Gefangenen mittels eines Ringes lief. Im Bauer ſtanden die Pritſche und ein Tiſch. In dieſen Käfig wurde der einſt ſo kühne Freibeuter geſteckt.
Der Bauer wurde überdies noch mit Schlöſſern verwahrt und nicht eher geöffnet, als bis der Profoß den Nachtſtuhl heraustrug. Selbſt die Klappe, durch welche der Gefangene das Eſſen erhielt, war mit einem Vorlegeſchloß verwahrt. Stets hielt ein Unterofficier vor dem Bauer Wache, und dieſer wurde von dem Officier in das Gefängniß eingeſchloſſen. Die Wache vor der Thür blieb ebenfalls. Wöchentlich zweimal mußte dem Könige Nachricht gegeben werden, ob er noch feſt ſäße.
Die Verzweiflung, die Tag und Nacht in des elendeſten Mannes Geiſt wühlte, ſtumpfte ihn mit der Zeit ab.
Nach einiger Zeit kam Norcroß' Gemahlin nach Kopenhagen. Sie hatte in Frankreich von ihres Man⸗ nes Unglück gehört und wollte vor dem König einen Fußfall thun. Sie wurde aber nicht vorgelaſſen. Auf dem Kaſtell begehrte ſie ihren Gemahl zu ſprechen, aber auch dieſe Bitte wurde der Armen abgeſchlagen. Der Commandant ließ ſie mit ihrem neunjährigen Sohne vielmehr ebenfalls in's Gefängniß werfen, und erſtattete ihretwegen Bericht an den König. Das kö⸗


