Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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Waſſer tauchen wollte, eine Fauſt bei ſeinem langen Zottelhaar, welches abzuſchneiden er leider vergeſſen hatte, und wie er auch riß, zerrte, um ſich ſchlug und biß, die Fauſt hielt feſt und hielt ſo lange, bis die Soldaten herbeikamen. Dieſe Fauſt gehörte einem ſtarken Kerl, welcher auf der nahen Baſtion Schild⸗ wache geſtanden hatte. Dort hatte er das Geſchrei vernommen und den nackten Kerl geſehen, dem die ganze Wache lärmend folgte. Dies veranlaßte ihn, ſeinen Poſten zu verlaſſen und von der andern Seite herbeizulaufen; er ſetzte dem Flüchtling ſogleich in den Graben nach und hielt ihn feſt.

Mit Spott und Hohngelächter wurde der vor Wuth ſchäumende Norcroß wieder heraufgezogen und alſo nackt trieben ſie ihn unter Zulauf aller Bewohner des Kaſtells nach dem Gefängniß zurück. Da geber⸗ dete er ſich wie ein Raſender, vermaß ſich hoch und theuer und rief:Und Ihr Hunde ſollt mich doch nicht halten! Und wenn mich auch der König in einen Vogelbauer ſtecken ließe und ganz Dänemark legte ſich davor, mich zu bewachen, ſo will ich doch entkommen. In ſolchem Trotz verharrte er mehre Tage lang, immer dieſelbe Drohung, mit Verwünſchungen gegen den König ausſtoßend.

Als der Geheimerath Raben dem Könige dieſe Geſchichte erzählte, und zugleich berichtete, wie höhniſch Norcroß über alle Anſtalten ſich ausließe, die man, ihn feſtzuhalten auch machen möchte, ja ſelbſt, wenn man ihn auch in einen Vogelbauer ſetzte, da gefiel es Sr. Majeſtät hohem Herrſcherwillen, die königlichen Worte von ſich zu geben:Noreroß hat ſich ſelbſt ſein Urtheil geſprochen. Wohlan denn! Man ſoll ihn in einen Vogelbauer ſetzen und dann wollen wir zuſehen, ob er ſeine Drohung wahr macht.

Der Commandant, General von Stöcken, erhielt

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