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In dem bereits beſchriebenen Aufzuge wartete Nor⸗ croß an der Thüre, als die Zeit da war, wo der Sergeant einzutreten pflegte. Endlich raſſelten die Schlöſſer, die Thür ging auf. In demſelben Augen⸗ blick rannte Norcroß den alten Mann mit dem Kopfe dermaßen vor die Bruſt, daß dieſer ohnmächtig rück⸗ wärts taumelte, und den Officier, der ihm aufgeſchloſ⸗ ſen hatte, mit in ſeinen Fall riß. Beide lagen am Boden, der Lieutenant ſchrie, aber Norcroß war ſchon wie ein Blitz mitten durch die, der Verdauung pfle⸗ genden, Soldaten hindurchgefahren und zur Treppe hinab. Ein gewaltiger Lärm entſtand; die ſechs Sol⸗ daten ſtürzten übereinander her, die Treppe hinab, der Lieutenant hinterdrein und Alle gaben ein ſo wüthen⸗ des Geſchrei von ſich, daß man es in der ganzen Feſtung hörte. In der ohnfern gelegenen Hauptwache wurden die Soldaten aufmerkſam; ſie ſahen den bar⸗ füßigen Norcroß über den Plan dahinraſen, ihre Ka⸗
meraden hinterdrein; da brach die ganze Hauptwache auf und lief ihm nach, der bereits den Wall erklimmte. Ein ſchnellfüßiger Kerl unter den Soldaten kam ihm
ſo nahe, daß er ihn bei dem fliegenden Rockelor er⸗ wiſchte; aber ſogleich ſprang vorn der Knepf ab, der Kerl hielt den Rockelor in der Hand, und Norcroß gewann wieder einen Vorſprung. Zetzt that ſich ein zweiter Läufer hervor, der ihn beim Rockſchvoß faßte, da riß auch der Rockknopf, der Soldat purzelte rück⸗ lings den Wall herab und Norcroß ſprang nackt weiter. Endlich gelang es einem Dritten, ihn, als er gerade oben auf der Ebne des Walles war, am Arme zu erfaſſen; aber dem Kerle glitſchten die Finger von dem Oele ab, er vermochte nicht feſtzuhalten, und Norcroß fuhr wie der Sturmwind ihm durch die Hände und ſprang den Wall hinab in den Waſſergraben. Schon jubelte er, da faßte ihn, als er eben unter das
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