Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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kaum war er dort, ſo gab er plötzlich dem Boote einen ſo ſtarken Druck, daß es auf der andern Seite hoch empor flog und köpfte. Wäre einer der Ruderer nicht ſchnell auf die andere Seite geſprungen, ſo wäre das Boot umgeſchlagen, und wahrſcheinlich Alle ertrunken.

Kreuz wüthete mit Mund und Hand gegen ihn und warf ihn mitten in's Boot platt auf das Geſicht, und ſo mußte er bei der Ueberfahrt über den kleinen und den großen Belt liegen. Ebenſo vergeblich waren noch einige Verſuche des Freibeuters zur Flucht zu Lande. Kreuz ließ ihn nicht aus den Augen, und brachte ihn nach Kopenhagen. Für ſeine Mühe erhielt der herkuliſche Lieutenant vom König eine Compagnie beim ſchleswig'ſchen Regiment zu Fuß. Er hatte ja dem Hofe einen ſo wichtigen Dienſt erwieſen.

Ueberall, in der Stadt und auf dem Lande, liefen die Menſchen in Haufen zuſammen, als ſie von der Einbringung des berüchtigten Norcroß hörten. Er war in Aller Augen zum Wunderthiere geworden, und die Paſtoren predigten Sonntags darauf im ganzen Lande von ihm, und dankten Gott im Kirchengebete, daß man den Verbündeten des Teufels glücklich mit Eiſen und Banden bewältigt, und ſchrieben es der bannenden Kraft des Gebets zu, daß er ſich nicht durch den Schornſtein auf und davon mache.

22 Der Adler im Rüſig.

Der unglückſelige Seefahrer wurde wieder auf das Kaſtell Friedrichshafen gebracht und in ein noch weit