Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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für Norcroß die ärgſte Pein, von dieſem Menſchen transportirt zu werden, deſſen Anblick, wie er ſich oft ausdrückte, ihm der widerlichſte und gräßlichſte ſei. Er pflegte den Lieutenant auch nie anders als Judas Iſcharioth zu nennen, und ſpie jedesmal aus, wenn ihn derſelbe anredete. Krenz lachte darüber und ließ ihn nur feſter ſchließen nannte ihn ſein Brüderlein und trank auf ſeine Geſundheit. Man machte die ausgeſuchteſten Anſtalten, das Entwiſchen des Gefan⸗ genen unterwegs zu verhindern, weil er ſtets drohete, ſie würden ihn doch nicht nach Kopenhagen bringen.

Ehe er auf den Wagen vor der Hauptwache ge⸗ ſetzt wurde, zog man ihm alle Kleider aus und un⸗ terſuchte dieſelben auf's Sorgfältigſte, aber man fand nichts bei ihm. Nichtsdeſtoweniger bemerkte einer der Wache haltenden Unterofficiere des Nachts in Tolſtid, zwiſchen Flensburg und Hadersleben, daß Norcroß auf der Streu, ſo eng er auch geſchloſſen war, anfing an ſeinen Feſſeln zu arbeiten. Der'Unterofficier machte Lärm, Kreuz kam und ließ die Taſchen des Gefange⸗ nen ſogleich wieder unterſuchen, worin man denn auch nicht nur eine abgebrochene Scheere und zwei ſtumpfe Scheermeſſer, ſondern auch die Papiere zu zwei Pul⸗ vern bei ihm fand, die er entweder ſchon an den Kerten verbraucht oder auf den Boden geſtreut hatte, um die Wache zu betäuben. Wie er zu dieſen Dingen gekommen, geſtand er durchaus nicht. Kreuz ließ ihn abprügeln und nur noch genauer beobachten.

So brachte man ihn glücklich bis in ein Boot, worin er über den kleinen Belt nach Fünen überge⸗ führt werden ſollte. Als das Boot mitten auf dem Strome war, ſtellte er ſich an, als ob er an einer heftigen Kolik litte. Kreuz mußte ihm erlauben, daß er ſich an's Ende des Boots begeben durfte. Aber