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Aber wie die Arbeit war, ſo wird auch der Lohn ſein. Es iſt ihnen in Kopenhagen viel an Dir gelegen.“
Da gingen dem unglücklichen Kapitän die Augen auf; er fah, wie ſchändlich er hintergangen war. Die Wuth darüber raubte ihm für Augenblicke die Sprache; er konnte nichts weiter, als dem Lieutenant in das Geſicht ſpeien.
„Hund!“ rief dieſer.„Mordelement! Dich ſoll ein vierundzwanzigpfündiges Donnerwetter hundert Klafter tief in den Erdboden ſchlagen. Ich will Dich fuchteln!“ Und unter Schimpfreden ſchlug er ihn mit der flachen Klinge über Kopf, Bruſt und Rücken. Nor⸗ croß ſagte kein Wort, aber in ſeinen Zügen ſah man den Widerglanz der in ihm tobenden Gefühle. Kreuz ſchickte ſogleich Boten ab. Am andern Alend kam ein Kapitän mit zwei Unterofficieren und ſechs Gemeinen, vom Generalmajor Juel in Glückſtadt abgeſchickt, um Norcroß abzuholen. Auf einem Wagen nach Altona gebracht, wurde er hier von der däniſchen Regierung kreuzweis an Hand und Fuß mit Ketten geſchloſſen. In dieſem Zuſtande kam er nach Glückſtadt auf die Feſtung.
Das Erſte, was man hier mit ihm vornahm, war, daß man ihn auskleidete, um zu erfahren, ob er irgend ein Werkzeug bei ſich führe, eine Scheere, ein Meſſer u. dgl.— Es fand ſich nichts. Man war ſeinet⸗ wegen in ſteter Furcht, daß er ſich losmachen und ent⸗ kommen möchte, vorzüglich auch deshalb, weil allgemein das Gerücht verbreitet war, er ſei früher mit einem Zauberer und Hexenmeiſter in der engſten Freund⸗ ſchaftsverbindung geweſen und habe denſelben auf ſeinen Waſſerreiſen mit ſich geführt. Dieſem Teufelskerl ver⸗ danke er nicht nur die vielen Priſen, die er früher gemacht, ſondern auch die Kunſt, ſich unſichtbar und
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