Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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hagen zurückkam; er brachte nicht nur einen Brief an Kreuz mit, worin demſelben für ſeinen Dienſteifer ge⸗ dankt und eine gute Belohnung verſprochen wurde, wenn er Norcroß einliefere, ſondern auch einen zweiten an den däniſchen Reſidenten in Hamburg, worin die⸗ ſem anbefohlen wurde, dem Lieutenant Kreuz zur Hab⸗ haftmachung des Norcroß in Allem behülflich zu ſein, und endlich noch einen dritten an den Major Juek

in Glückſtadt, mit dem Befehl, Norcroß in Empfang

zu nehmen, wenn ihn Kreuz brächte, und weiter nach Kopenhagen zu ſchaffen. Solche Anſtalten machte der Dänenkönig, eines armen Mannes habhaft zu werden, der ihm der gefährlichſte in der Welt ſchien.

Kreuz verſchaffte ſich vom hamburger Stadtma⸗ giſtrat einen Arreſtzettel. Hamburg hatte nämlich das Recht, daß Niemand in ſeinen Mauern arretirt wer⸗ den durfte. Zu dieſem Behufe mußte man einen vom Magiſtrat ausgeſtellten Arreſtzettel beim Officier einer Thorwache vorzeigen; dann wurde die darauf bezeich⸗ nete Perſon, wenn ſie vorüberging, angehalten und feſtgenommen.

Kreuz hatte den Zettel im Dammthore ſchon ab⸗ gegeben und zechte noch mit Norckoß auf dem Kaffee⸗ hauſe. Dann gingen ſie zuſammen nach der Stadt zu. Da fiel Norcroß ein, daß er ſich bei ſeiner Wä⸗ ſcherin, die neben dem Kaffeehauſe wohnte, etwas friſche Wäſche für den folgenden Tag mitnehmen müſſe; er bat alſo Kreuz, ein wenig zu warten. Dieſer ſchlen⸗ derte nach dem Thore zu und gab den Soldaten ein Zeichen; als nun Norcroß eilig kam, redete ihn Kreuz an und hielt ihn auf. In denſelben Augenblick wurde Norcroß umzingelt und in die Wache gezogen.

Na, Brüderlein! lachte Krenz,wir haben Dich glücklich gefangen. Es hat mir Mühe genug gekoſtet.