Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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vorher war ich in ſchwediſche Dienſte getreten. Ja, damals war es goldne Zeit für mich. Na, das ſind vergangene Tage! Mit dem König Karl haben ſie mir mein Glück todtgeſchoſſen, und ich hab' es zu nichts weiter bringen können.

Damals verſpielte hier ein junger Menſch all' ſein Geld und auch eine goldne Doſe, die Ihr ihm abkauftet. Er wurde däniſcher Rekrut, aber wie man nachher hörte, hattet Ihr das Rekrutenſchiff aufge⸗ bracht und nach Stockholm geführt.

Ja, die Doſe iſt fort, das Schiff iſt fort und der Mann iſt todt.

Todt? ch traf ihn ſpäter in Stockholm, dann in Jütland und zuletzt in Kopenhagen. Ich glaubte einmal, er wäre in einer Mördergrube in Jütland erſchlagen worden, aus der ich mit Lebensgefahr ent⸗ ſprang.

Wart Ihr auch in jener Nacht darin? Er kam glücklich durch; ſpäter blieb er als ſchwediſcher Kaper⸗ kapitän. Ich wollte, die Kugel hätte mich getroffen!

Vor zehn Jahren waren auch noch zwei Eurer Leute mit hier, ein dicker und ein dürrer Mann.

Meiſter Habermann und mein Lieutenant Gad; der Eine iſt geſtorben, der Andre verdorben. Es iſt ein elendes Leben!

Und wohin gedenkt Ihr jetzt, Kapitän Norcroß?

Nach Holland. Ich will den Krämern dienen um's liebe Brot; ſo weit iſt's mit mir gekommen. Ich warte nur auf Briefe aus Amſterdam; dann will ich fort.

Der Spion wurde während des Geſprächs jenes lange, kupferrothe martialiſche Geſicht durch die Fen⸗ ſterſcheiben anſichtig, welches hereinlugte wie vor zehn Jahren, und er ſtand auf und ſchob wieder wie da⸗