und dem eben in Stockholm anweſenden außerordent⸗ lichen ruſſiſchen Botſchafter Dolgoruki zugeführt. Dieſer wollte einen ſolchen berühmten und erfahrenen Mann nicht fahren laſſen und verſprach ihm ruſſiſche Dienſte; aber es lag kein ruſſiſches Schiff da, und Norcroß erhielt zehn ruſſiſche Dukaten Wartegeld. Von der andern Seite drängte ihn die Polizei; er erhielt einen ſchwediſchen Paß aus der Stadtkanzlei und mußte mit einem Schiffe, welches nach Pſtad ging, abſegeln. Von da ließ er ſich ſpäter, ohne einen beſtimmten Plan zu haben, mitten im Winter nach Stralſund überfahren.
2 Wieder ein Jang in der Menſchenfalle.
Wiederum ſaß Kapitän Norcroß in jenem ſchmutzi⸗ gen Kaffeehauſe vor dem Dammthore in Hamburg und ſpielte mit lüderlichen Geſichtern, zu denen das ſeinige jetzt paßte, Baſſet. Er hatte Glück und ge⸗ wann viel Geld. Ihm gegenüber hatte ein Spitz⸗ bubengeſicht, roth und ſpitzig, mit lauernden Augen, verſchlagenem, eingekniffenen Mund, ſchnüffelnder Naſe
und langen Diebsfingern, Platz genommen.
„Ihr ſeid wohl öfter ſchon in dieſem Wirthshauſe geweſen, Kapitän?“ ſagte der Kerl und grinſte ſeinen
Kameraden am Tiſche zu.
„Ich glaube, es ſind im verwichenen Herbſte zehn Jahre geweſen, als ich das letztemal hier war“, ver⸗ ſetzte Norcroß.„Ja, ja ſo iſt's, denn im Winter
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