Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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die Hauptſtadt Schwedens. Der Ruf war ihm ſchon vorausgegangen, und Menſchenmaſſen kamen herbei, ihn zu ſehen. Man ſagte ihm, daß der König be⸗ fohlen habe, ihm in Helſingburg eine beträchtliche Summe auf Rechnung der Schatzkammer auszuzahlen; Rechtsgelehrte boten ihm an, den Lieutenant Craſſov in Helſingburg vom Dienſt zu bringen, wenn er einen Proceß gegen denſelben anfangen wollte; aber er lehnte dies ab, und hatte nur das Eine im Auge, ſich eine Anſtellung bei der Flotte zu erbitten, um Frau und Kind kommen zu laſſen und fernerhin ein ruhiges Leben zu führen. Er fand eine Menge Freunde und Unterſtützung des ſchriftlichen Geſuchs, welches er beim Könige einreichte; aber zugleich erhoben ſch auch ſeine mächtigen Gegner beim König gegen eine ſolche An⸗ ſtellung des Freibeuters. Und ſo hatte er denn nach drei Monaten weiter nichts erzielt, als daß ihm der königliche Cabinetsſecretär Törner eine anſehnliche Summe Reiſegeld auszahlte, jedoch mit der Weiſung, das ſchwediſche Reich ungeſäumt zu verlaſſen und nie wieder zu betreten. Solche Furcht hatte man auch in Stockholm vor ihm.

Er war eine öffentliche Perſon geworden. Man erzählte ſich von ihm an allen Orten, in jedem Hauſe die wunderlichſten, oft fabelhafteſten Dinge. Zeder wollte etwas Außerordentliches von ihm mittheilen, und ſo wurden Märchen auf Märchen von ihm erfun⸗ den. Seine Freunde übertrieben ſein Lob, ſeine Feinde ſeinen Tadel. Alles drängte ſich ihm zu, um ihm zu rathen, und nahm Antheil an ihm. So rieth man ihm auch, wieder in ruſſiſche Dienſte zu gehen. Man verwendete ſich für ihn bei dem ruſſiſchen Geſandten Gallowin in Stockholm, und als Norcroß ſelbſt kam, wurde er von demſelben ſehr gnädig aufgenommen