Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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Um Norcroß war indeſſen in Helſingburg viel Begehr. Kaum hatte das Volk von ſeiner Ankunft

und wunderbaren Rettung vernommen, als es haufen⸗

weis zuſtrömte, um ihn zu ſehen. Die Herberge, wo er lag, war geſtopft voll Menſchen; man hielt ihn

frei, man beſchenkte ihn mit Geld, und vorzüglich

waren die Seeleute ſtolz auf ihn; die Soldaten lieb⸗ ten ihn. Der Lieutenant Craſſov, Vicecommandant von Helſingburg, hielt es für Pflicht, die Ankunft des berühmten Freibeuters nach Stockholm an den König und den Reichstag zu melden. Aber Tags darauf er⸗ hielt er ſchon den Brief des Königs von Dänemark und ließ Norcroß gefänglich einziehen und vor ſich bringen. Norcroß leugnete kein Wort von dem, was er im Weinrauſch geſprochen hatte, ja er hatte die Kühnheit, dem Lieutenant in's Geſicht zu behaupten: jene Reden ſeien nichts als pure Wahrheit geweſen, und wenn er, der Lieutenant, ihn deshalb gefangen ſetzen und vielleicht gar den Dänen ausliefern wolle, ſo ſolle ſeine Macht dazu nicht groß genug ſein, denn er werde jedenfalls entfliehen, entweder mit oder ohne ſeinen Körper. Mit dem todten Leichnam möge man nachher anfangen, was man wolle. Norcroß hatte gute Vertröſtungen von den Soldaten; und als er einige Tage auf der Hauptwache geſeſſen und ſich in Eſſen und Trinken wohl gethan hatte, war er eines Morgens verſchwunden, und kein Menſch wollte wiſſen, wie es zugegangen ſei.

Seine Freunde hatten ihm gerathen, nach Stock⸗ holm zu gehen und die Gnade des Königs anzuflehen. Zu Fuße wanderte er fort. In Engelholm fand er einen Mann, der ihm Geld gab und eine große Strecke Wegs fahren ließ; ſo viel hatten die Leute Reſpekt vor dem Namen Norcroß. So kam er wieder in