Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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Am andern Morgen trat er verlegen in die Kam⸗ mer des Zöllners und Bürgers und bat, ſie möchten doch ja kein Aufhebens von dem machen, was er geſtern Abend geredet, es ſei Alles in der Trunkenheit ge⸗ ſchehen. Er verſuchte die Leute zu rühren und durch ſchlaue, verſtellte Reden für ſich zu gewinnen, gleich⸗ ſam als ahne er, welche ſchlimme Folgen ſeine Un⸗ vorſichtigkeit für ihn haben werde. Der Bürger ver⸗ ſtopfte ihm ſein Ohr; der Zöllner fertigte ihn kurz ab und ſagte:In vino veritas. Es hätte nicht viel gefehlt, ſo wäre Norcroß von ihm aus der Thüre geworfen worden.

Denſelben Tag noch reiſ'ten die Beiden ab, und als ſie nach Kopenhagen kamen, war ihr erſter Gang zum Stadtcommandanten, Grafen Schoneck, bei wel⸗ chem ſie ſofort Anzeige machten, wo ſie den Kaperka⸗ pitän Norcroß getroffen und welche verbrecheriſche Aeußerungen ſie von ihm vernommen hätten. Der Graf ließ Alles ſogleich zu Protocoll bringen und überſchickte das Aktenſtück vhne Säumen dem Könige. Hof und Stadt geriethen in Schrecken; König und Kronprinz glaubten ſich ſchon in den Händen des gräßlichen Freibeuters, und eine Furcht kam über ſie. Schnell wurde der Stadtadjutant, Kapitän Barford, mit einem Briefe des Königs an den Vice⸗Comman⸗ danten, Lieutenant Craſſov in Helſingburg abgeſchickt, worin der Letztere dringend erſucht wurde, den aus dem Kaſtell entwiſchten John Norcroß ſogleich wieder gefänglich einzuziehen. Der Zöllner und Bürger aber wurden auf das Schloß zum geheimen Rath von Raben gerufen, wo ſie ihre Ausſage noch einmal wie⸗ derholen mußten. Der Kronprinz ſaß hinter einer ſpaniſchen Wand und ſchauderte über die Worte des Freibeuters.