214
ſprang dann von dem Ufer hinab in die Brandung. Das Waſſer war eiskalt. Er glaubte, das Blut würde ihm erſtarren. Doch muthig fing er an mit Händen und Füßen zu arbeiten; er tauchte aus der Tiefe empor und begann das Werk. Aber jetzt ſchien es, als habe das Element, dem er ſtets treu gedient, ſich gegen ihn verſchworen. Ein Sturm brauſte von Nordoſt herab ihm entgegen und brachte das Waſſer in Gäh⸗ rung. Die Wellen erhoben und rollten dem kühnen
Schwimmer zu. Der Wind blies ihm heftig in's Ge⸗
ſicht. Da glaubte er ſich verloren und ergab ſich in ſein Geſchick. Aber er gelobte ſich, alle Kräfte anzu⸗ ſpannen, und er kämpfte über zwei Stunden lang mit unbegreiflichen, faſt übermenſchlichen Kräften. Des Tages Licht ging über ihm matt und weinerlich auf; ſchon hatte er zwei Dritttheile der Entfernung zurück⸗ gelegt, da fing die Flamme allmälig an zuſammen⸗ zufallen, er verſpürte eine Abnahme der Kräfte. In dieſem Augenblicke entdeckte er ein Fiſcherbvot mit vier Männern, und rief ihnen zu, ſo ſtark er vermochte. Sie gewahrten ſeiner auch bald, ruderten auf ihn zu und zogen ihn aus dem Waſſer. Es waren Fiſcher, die auf ihr Tagewerk ausfuhren. Da ſie aber ſahen, daß der Gerettete keine Kleider anhatte, ſchöpften ſie Verdacht gegen ihn und erklärten ihm rund heraus, ſie wollten ſich ſeinetwegen keine verdrießlichen Händel zuziehen und müßten ihn wieder in das Meer werfen. Norcroß legte ſich auf's Bitten und erweichte wenig⸗ ſtens das Herz eines dieſer Männer. Dieſer ſagte zu den Andern:„Wißt Ihr was! Wir wollen nicht unmenſchlich an dieſem Manne handeln, mag er ſein, wer er will, und wohl auch etwas verbrochen haben, weshalb er nackt und bloß flüchten muß. Wir wollen
ihn nahe an die Küſte von Ween führen und ihn


