Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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miger, band inwendig das Strohſeil an dem Treppen⸗ balken feſt und hing es hinaus. Den Rockelor ließ er an dem Hauſe gerade hinabgleiten, damit, wenn der Strick zerriſſe, er nicht allzuhart fallen möchte, zog dann die Beinkleider aus, legte ſie zuſammen und band ſie, wie eine Schlafmütze um den Kopf, um ſich vor einer Kopfcontuſion zu ſchützen. Einen Dukaten und fünf und dreißig Stüverſtücke, die er von dem erhaltenen Gelde noch übrig hatte, wickelte er ſich in die Haare und band das Geld mit ſeinen langen Locken feſt. Hierauf kroch er, mit den Beinen zuerſt, im blo⸗ ßen Hemde durch das Loch, und ließ ſich ſchnell aber vorſichtig am Stricke hinabgleiten, indem er ſich mit den Fußzehen an der Wand hinabhalf. Der Strick hielt glücklich und der Flüchtling kam auf die Erde zu ſtehen. Schnell warf er den Rockelor über, nahm die Beinkleider unter den Arm, und lief mit Windes⸗ eile hochklopfenden Herzens quer über den großen Platz, um an den Graben des Caſtells zu gelangen. Kaum war er funfzig Schritte von der Kirche entfernt, als ihn eine SchildwacheWer da! anrief. Schrecken und Angſt legten ihm die Antwort:Officier! in den Mund. Der Soldat ſchien damit zufrieden. Nor⸗ croß verdoppelte ſeine Schritte. Wie eine Katze lief, er den Wall hinauf und gelangte auf der andern Seite bis an die Mauer des Walls. Jetzt warf er den Rockelor von ſich, gebrauchte die Beinkleider wie⸗ der als Kopfbedeckung, wickelte das Hemd dicht um die Lenden und ſprang in den waſſergefüllten Graben hinab. Dieſer war ſeicht, und der muthige Springer fiel weich in den Schlamm, aus welchem er ſich mit leichter Mühe losarbeitete und durchwatete bis an das gegenſeitige Ufer, dem Ende des Kaſtells gegenüber. In wilder Haſt rannte er nun über die Strecke Landes