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„Ihr ſollt es beſſer haben“, ſagte Raben und ging triumphirend von dannen, denn der Adler, den er gefürchtet, hatte vor ihm als Wurm im Staube gekrochen. Noch denſelben Tag erhielt Noreroß eine Pritſche mit etwas halb vermodertem Stroh und die Erlaubniß, täglich eine Viertelſtunde, unter ſtarker Bedeckung, vor den Kerker auf⸗ und abgehen zu dür⸗ fen. Aber die Pritſche war ſo ſchlecht zuſammenge⸗ fügt, daß er die Nacht über ſich an der Wand halten mußte, aus Furcht, daß, wenn er ſich umwendete, ſie zuſammenbrechen würde. Tags darauf wurde ein Diener in ſeinen Kerker geführt, welcher ihm zwanzig Dukaten mit einer Quittung einhändigte, welche letz⸗ tere er von Norcroß unterſchrieben zurück verlangte. Dazu brachte er ihm eine Bleifeder mit. Norcroß konnte unmöglich begreifen, von wem ihm dieſe Wohl⸗ that zukomme. Denn daß er von Roſamunde Pal⸗ merſton Geld zur Unterſtützung erhalten werde, daran konnte er nicht denken. Aber es war von ihr; ihr erwachtes Gewiſſen hatte ſie zu dieſer Handlung der Milde vermocht. Seine Rührung war groß. Er be⸗ hielt die Feder, welche ihm faſt eben ſo viel Vergnü⸗ gen machte wie die Dukaten. Er kaufte ſich Papier und ſchrieb allerlei, kaufte ſich ganze Kleider, und konnte einen Kerl bezahlen, der ihm das Gefängniß ſäuberte und ihm ſelbſt Haare, Bart und Nägel ſtutzte, ſo daß er wieder ein menſchliches Anſehn erhielt.
Norcroß hatte Muth gewonnen und dachte daran, ſich ſelbſt zu befreien. All' ſein Sinnen und Denken ging nun darauf hin, und ſeine Schlauheit bemerkte die kleinſten Umſtände, die ihm dienen konnten. So gewahrte er bei ſeinem täglichen kleinen Spaziergang, daß an der Seite ſeines Gefängniſſes hin— welches zur ebnen Erde gelegen war— die Treppe nach dem


