Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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machten die leichten Arbeiten keine Freude, die feinen Linnen tranken ihre Thränen, eine böſe Vorbedeutung für das Kind, deſſen erſtes Kleid daraus gefertigt werden ſollte. Vor ihr am Fenſter hing eine kleine Karte der Oſt⸗ und Weſtſee, welche ihr Gemahl ſonſt benutzt hatte; und dann und wann flog ihr Blick darauf, gleichſam, als ſei es möglich, auf der Karte zu erſpähen, an welcher Stelle jener Meere und Länder der geliebte Flüchtling jetzt weile.

Dina von Broke war, wenn auch keine ausge⸗ zeichnete Schönheit, aber doch ein liebenswürdiges Weib. Ungemeine Anmuth ſchmückte ihre Züge, und ſo war auch Sanftmuth der hervorſtechende Charak⸗ terzug ihrer ſchönen Seele. Sie hatte den körperlich und geiſtig wohlgebildeten, vom König geliebten und von Vielen geachteten und bewunderten Kaperkapitän, welcher der Gegenſtand ſo mannichfacher weiblicher Wünſche geweſen war, aus inniger Zuneigung gehei⸗ rathet, wenn auch nicht eine ſtürmiſche Leidenſchaft für ihn, deren ſie nicht fähig war, ihre Seele auf⸗ geregt hatte. Sie liebte nichts deſtoweniger vielleicht treuer, als ein in heftiger Glut aufwallendes Herz; und die Entfremdung ihres Mannes hatte ihr un⸗ ſäglichen Schmerz bereitet.

Dina ſaß in Gedanken mit ihm beſchäftigt, als ein Mann in ſchwediſcher Seekapitänsuniform herein⸗ trat, an der Hand einen jungen, ſtämmigen Burſchen in Matroſentracht führend. Dina ſtand auf und ging ihm mit den Worten entgegen:„Was verſchafft mir die Ehre, Herrn Kapitän Flaxmann in meiner einſamen Behauſung zu ſehen?“

„Das Verlangen, endlich einmal etwas von Ka⸗ pitän Norcroß zu hören, führt mich zu Ihnen, edle Frau,“ verſetzte der Kapitän galant.

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