Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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4. Rei Frau von Rorcroß.

Einſam in ihrem Zimmer zu Stockholm ſaß des Kapitän Norcroß junge Frau. In den feinen Zü⸗ gen ihres Geſichtes hatten die Furchen eines ſtillen, tiefen Herzensgrames Platz gewonnen, ein früher Kummer hatte ihre Wangen gebleicht und das große blaue Auge ſtreifte verloſchen und mit Schwermuth über die kleinen weiblichen Arbeiten hin, die ſie theils in der Hand hielt, um daran zu ſchaffen, und die theils vor ihr auf dem Tiſche lagen. Es waren jene Arbeiten, mit welchen ſich eine junge Frau in der Regel ſo gern beſchäftigt, wenn ſie zuerſt die ſüße Ueberzeugung erlangt hat, die allliebende Vor⸗ ſicht habe die Blüthe ihrer hingebenden Liebe zur Frucht geſtaltet und ſie geſegnet, der Welt bald einen Bürger zu ſchenken. Es waren die erſten Hüllen, welche dem nackten Wanderer bei ſeinem Gruß an's Licht angethan werden, um ihn zu ſchützen vor dem Froſte der Erde, der früher oder ſpäter, trotz allen Hüllen, mit der die Liebe uns umkleidet, doch jedes Herz trifft. Wohl ihm, wenn es nicht erſtarrt zu Eis oder Stein, ſondern wieder erwacht an der Sonne der Liebe, in den warmen Bädern der Thränen, im Frühlingshauche des Gefühls!

Das Herz der Frau von Noreroß war weich ge⸗ blieben, es war in Thränen noch weicher geworden. Ach, ſie trauerte um den verlornen Gemahl, den ſie kaum einige Wochen beſeſſen hatte. Sie ſollte Mut⸗ ter werden und ihr Kind keinen Vater haben. Ihr