Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

32 nicht müde, und wurde nicht verdroſſen, bis er ſie endlich ſah.

Friederike in ſchwarzer Kleidung ihre Mutter war geſtorben ſtieg zu Pferde, als er vorüber⸗ ging. Er war wie von einem Zauber an die Stelle gebannt und ſtarrte unter ſeinem breiten Hute der Jungfrau in's Geſicht. Eben ſchwenkte ſie ſich in den Sattel und ſprengte davon. Es zog ihn nach; er konnte nicht widerſtehen, und er lief, um ihr nachzukommen und dachte nicht mehr an ſich, noch an die Gefahr, in die er ſich begab. Friederike ritt mit ihrem Reitknechte dem Hafen zu. Norcroß war ihr im Fußwege zur Seite. Der Reitknecht machte das Fräulein auf den nachrennenden und ſie immerfort anſehenden Bauer aufmerkſam. Seine Augen hingen

unbeweglich an ihrer königlichen Geſtalt, er vermochte

ſie nicht abzuwenden und tief und tiefer ſog er wie⸗ der das ſüße Gift in die Seele.

Das Fräulein betrachtete den Bauer und befahl dem Reitknecht vorauszureiten. Dann ſprengte ſie an den Fußweg heran und winkte Norcroß zu ſich. Er zögerte. In demſelben Augenblicke war ſie bei ihm. Ich hab' Euch erkannt, Kapitän! ſagte ſie haſtig. Flieht um Gotteswillen! daß mir nicht das Schreck⸗ lichſte widerfährt, Euern Kopf ſpringen zu ſehen. Welche Thorheit treibt Euch hierher! In Dänemark blüht Euch kein Segen. Fort! fort! Hinter jedem Baume lauert der Tod auf Euch.

Friederike! rief Noreroß, die Hände empor⸗ hebend.

Fort! Ich lieb' Euch nicht mehr! Ihr ſeid mir verhaßt; Ihr ſeid die Quelle meiner Reue! rief das Fräulein und ſprengte davon.

Hab' ich recht gehört? ſtammelte der Kaper⸗