Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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kapitän erſchrocken.Sie haßt mich? Sie fühlt Reue? O ſo hat die Flamme des Erdgeiſtes auch dieſem En⸗ gel die Schwingen verſenkt, ſo iſt auch an dieſes Götterbild der Staub der Heerſtraße geflogen. Frie⸗ derike Reue? Wohlan, ſo will auch ich bereuen und mich beſſern! Nun gut! Es war der letzte Aufſtoß einer beſſern Natur, womit der Himmel mich und ſie ausgeſtattet. Er iſt vorüber der Fieberparoxismus, und ich will ein frommer, geduldiger, vernünftiger Menſch unter den andern lieben Menſchen ſein. Sie ſind ja ſo redlich, ſo bieder, ſo gütig dieſe Brüder. Sie ſind ja Alle halbe Engel, und ich will nicht län⸗ ger ein halber Teufel ſein. Nun darf ich auch nicht mehr ausziehen auf Raub; denn es iſt ja unrecht, ſeine ehrlichen Brüder zu berauben. Ich will ein Ackersmann werden, wie Gad, die gute Seele, und mir mit der Pflugſchaar mein Glück aus der Erde holen.

In furchtbarer Zerknirſchung wandelte er im Ha⸗ fen und erkundigte ſich nach den vor Anker liegenden Schiffen. Da erfuhr er, daß eine ruſſiſche Fregatte auf der kopenhagener Rhede Tags darauf die Anker lichten werde. Man ſagte ihm, daß die Ruderknechte derſelben ſoeben auf den Amagermarkt gegangen ſeien, um Proviant für die Abfahrt einzukaufen. Nor⸗ croß verfügte ſich dorthin, fand die Matroſen und wurde für ein Trinkgeld des Handels mit ihnen eins, daß ſie ihn mit auf das Schiff nehmen wollten. Er ging alſo in ihrer Mitte durch den Hafen und an der Zollbude vorüber. Die Wache vor derſelben hatte die Matroſen beim Ausſteigen nicht gezählt, hielt alſo Norcroß auch für einen Moscowiter und ließ ſie ungehindert das Boot beſteigen und abſegeln. Auf der Fregatte angelangt, bot Noreroß dem Kapitän

Storch, ausgew. Romane u. Novellen. Rlil. 3