3. Auf Secland.
Auf einem elenden Fiſcherbvote kamen ſie in See⸗ land an. In Kallundborg trennte ſich Norcroß von ſeinen Gefährten; ſie gingen nach Helſingver, er fühlte ſich unwiderſtehlich nach Kopenhagen gezogen. Und obgleich er ſich dort der augenſcheinlichſten Gefahr ausſetzte, ſo vermochte er doch dem mächtigen Triebe nicht zu widerſtehen. Er wechſelte mit einem der Officiere die Kleider, ließ ſich den Bart wachſen und trat dann an einem Knotenſtocke ſeine Fußwanderung nach der Haupt⸗ und Reſidenzſtadt des Königreichs Dänemark an. Der grobe breite Filzhut eines Land⸗ manns beſchattete ſein Geſicht, verſchwunden waren alle Abzeichen ſeines Standes und alle Merkmale ſei⸗ ner Lebensart.
In dieſer Geſtalt langte er in Kopenhagen an.
„Nur noch einmal will ich ſie ſehen,“ ſagte er zu ſich ſelbſt.„Nicht ſprechen will ich ſie, kein Blick von ihr ſoll mich treffen; ſtumm betrachten und dann gehen will ich, um ſie nie mehr zu ſehen. Mit einem Blicke von ihr Abſchied nehmen und dann hinüber nach Stockholm zu meinem Weibe und die Gute lie⸗ ben, wie ſie es verdient! Ja, ja, ich will ein guter Hausherr, ein braver Ehemann, ein zärtlicher Vater werden. Aber erſt noch einen Blick! Nur einen!“
Stumm wandelte er durch die Straße, in welcher des Vice⸗Statthalters von Gabel Haus ſtand, am Abend, am Mittag und am Morgen, und wurde


