auch ein liebes Weib zu Hauſe. Ich ſtand auf dem Punkt, ſie zu verlaſſen, ohne daß ſie mir die kleinſte Veranlaſſung dazu gegeben hätte, und blos weil ich eine Andere mit Leidenſchaft liebte. Aber die Unfälle, die mich zeither getroffen, Euer einfach⸗ſchönes Fami⸗ lienleben und Euere eigene Geſchichte haben mich mei⸗ nem Weibe wiedergewonnen.“
„So hat Gott Euern Eintritt in mein Haus ge⸗ ſegnet!“ rief der gütige Wirth und ſchüttelte ſeinem Gaſte biedermänniſch die Hand.
Norcroß und ſeine Unglücksgefährten wollten ſchon am vierten Tage wieder abziehen, aber der Edel⸗ mann widerſetzte ſich.
„Wohin wollt Ihr in dieſer Jahreszeit?“ ſagte er gutmeinend zu Norcroß.„Es müſſen wenigſtens noch vierz'hn Tage in's Land gehen, ehe aus den dä⸗ niſchen Häfen die Schifffahrt wieder lebendig betrie⸗ ben wird. Ihr könnt alſo ohne Gefahr nicht früher abfahren. Oder wollt Ihr Euch einem neuen Sturme ausſetzen, oder wohl gar einem ſchwediſchen Kaper in die Hände fallen, der Euch wieder nach Schweden zurückſchleppt? Ich wette darauf, der Noreroß durch⸗ ſtreift die Weſtſee ſchon wieder, und läßt nichts un⸗ gehudelt, was nicht ſchwediſche Flagge führt.“
Kennt Ihr den Norcroß auch?“ fragte der Ka⸗ pitän lächelnd.„Ich dachte, der wäre nur in Schwe⸗ den bekannt. Da hab' ich viel von ihm reden hören.“
„Glaubt Ihr, daß es in Dänemark einen Men⸗ ſchen gibt, der nicht vor dem Namen dieſes Man⸗ nes mit Abſcheu ausſpeit?“ ſagte der Edelmann ent⸗ rüſtet.„Hat er nicht unſern Kronprinzen ſtehlen, unſern König ermorden, unſre Flotte verbrennen wol⸗ len? Heiliger Gott! Wo gäb' es einen verwegeneren Sünder als dieſen Noreroß? Darf ſich denn ein


