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Händen ausgehend, ſich immer ſtärker über den gan⸗ zen langen Körper verbreitete.
Der geſprächige Wirth erzählte von ſeinen Schick⸗ ſalen und Norcroß berichtete zum Recompens von ſeinen Reiſen in Oſtindien. So verging der Tag unter freundlichem Geſpräche. Die Matroſen waren in einem andern Zimmer ebenfalls gut bewirthet wor⸗ den und tranken ihren umgekommenen Kameraden ein brüderliches Valet.
Eben ſo gut, wie für Speiſe und Trank, war für das Lager der Gäſte geſorgt. Reine, ſchöne Bet⸗ ten, mit Eiderdaunen gefüllt, in weiten, luftigen Gemächern waren der Solidität der Hausbeſitzer an⸗ gemeſſen.
Unter belobenden Aeußerungen über den trefflichen Wirth, entſchlief die Mannſchaft. Gad konnte nicht Rühmens und Preiſens genug von der herrlichen Tochter machen und vor Mitternacht kein Auge zuthun.
Noreroß hatte zum erſtenmal in ſeinem Leben das Bild häuslicher und ehelicher Glückſeligkeit geſehen, zum erſtenmal war der unſtäte Seefahrer an einen Heerd getreten, auf welchem die reine Flamme eheli⸗ cher Liebe loderte, und ſein durch Unglück und das Scheitern ſeiners Pläne aufgelockertes, für den Saa⸗ men des Guten empfänglicher gewordenes Gemüth empfand einen ſtarken, ihm aber fremden und uner⸗ klärlichen Eindruck vom Reflex des ſchönen Bildes in ſeiner Seele. Er fühlte eine Sehnſucht in ſich er⸗ wacht, die von dem ſtürmiſchen Verlangen, wie es ſeine Bruſt erſt durchlodert hatte, ſo ganz verſchieden war, daß ſie vielmehr die demſelben entgegengeſetzte Richtung andeutete. Er fühlte ſich weich bis zu Thrä⸗ nen, wenn er ſich dies Bild des häuslichen Glücks mit den kleinſten Schattirungen ausmalte, aber ſein


