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hier weine und die mein ſtarres Herz erweicht haben, bring' ich meinem beſſern Selbſt das erſte Sühnopfer.“
2. Herzensgeſchichten.
Die Agebvern brachten die geretteten ſchwediſchen Schiffsleute, unter lärmender Begleitung des Strand⸗ volkes, auf das Herrengut, welches nicht weit vom Kloſter Weſterwig lag. Obgleich die dem Tode ent⸗ ronnenen Freibeuter ſich nicht mit einander verabre⸗ den konnten, was ſie in Feindesland für eine Rolle zu ſpielen hätten, ſo verſtändigten ſie ſich doch durch Blicke und Zeichen, und als ſie vor den Gutsherrn gebracht wurden, trat Norcroß ſogleich vor, um auf die Fragen deſſelben zu antworten. Der Gutsbeſitzer hatte nicht ſobald das Unglück dieſer Leute vernom⸗ men, als er ihnen auch mit der größten Freundlich⸗ keit entgegen kam und ihnen die herzlichſte Theilnahme zeigte. Denen, die ſich durch Schwimmen gerettet hatten, ließ er trockene Kleider reichen und bat Alle, ſich's bequem zu machen, und ſein Haus als das ihrige zu betrachten.
Der Gutsherr, der ſich ſeinen Gäſten Schrellücke nannte, fragte ſodann mit höflichen Worten nach Na⸗ men, Stand, Gewerbe, Zweck und Richtung der Reiſe der Verunglückten; und Norcroß gab ſich für einen nordbritiſchen Kaufmann aus, der in Schweden Handelſchaft getrieben und nach Holland habe reiſen


