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ſchaft faſſen. Der Kapitän hatte die Fallreetreppe hinabgelaſſen. Der Kaplan, von einer Hoffnung zur Rettung emporgeriſſen, wollte der Erſte im Boote ſein. Aber in ängſtlicher Haſt verfehlte er auf der ſteilen Treppe eine Staffel und ſtürzte köpflings in's Meer. In demſelben Augenblicke ſtieß das Boot an, und er kam unglücklicher Weiſe darunter. Man hatte nicht Zeit, nach ſeiner Rettung ſich umzuthun; denn der Augenblick drängte furchtbar. In Eile ſtürzte ſich in das Boot, was dazu konnte. Außer dem Ka⸗ pitän waren noch vier Officiere und der Kapitänlieute⸗ nant, der Bootsmann, der Steuermann und einige Matroſen darin. In dem Augenblicke, als der Ka⸗ pitän die Treppe hinabgeſtiegen, hatte er, um Juel zu retten, der in dem Gedränge ſonſt gewiß nicht zum Boote gelangt wäre, den Knaben raſch auf den Rücken genommen und trug ihn in's Boot. Die Agerbvern ſtießen ab, den Zurückgebliebenen zurufend: „Wir kommen ſogleich wieder!“
Zwei junge Officiere und einige zwanzig Matro⸗ ſen waren mit dem Chirurgus noch auf dem Schiffe, wilde Burſche, die aber in aller Noth bei Norcroß ausgehalten hatten.
Kaum war das Boot in der Weite eines Schuſ⸗ ſes vom Schiffe entfernt, als die unglückliche Fre⸗ gatte mit ſolch' furchtbarer Gewalt in den Grund ſtieß, daß ſie mitten von einander barſt und mit Stumpf und Stiel in die Tiefe ſank. Die Matroſen ſuchten ſich durch Schwimmen zu retten, aber nur einigen gelang es, das Ufer zu erreichen, die andern verſchlangen die dahinrollenden Wellen. Meiſter Ha⸗ bermann, plötzlich nüchtern geworden, retirirte erſt auf das Hinterdeck, als aber auch dieſes in die Fluth ging, lief er in Todesangſt den Hintermaſt hinauf


