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Back zu liegen, daß es umgeſtürzt wäre, wenn nicht der Kapitän in der höchſten Gefahr geſchrieen hätte: „Wendet!“ und ſelbſt Hand angelegt hätte, das Steuer zu drehen. Wohl drehte ſich die Fregatte, aber ſie kam auch in den vollen Wind, der die auf⸗ gerollten Segel mit Rieſengewalt ergriff und das ret⸗ tungsloſe Schiff dem klippigen Ufer zujagte.
„Eingerefft!“ ſchrie der Kapitän, aber ſchon ſtürzte auch ein Matroſe, von der Höhe des Maſts durch des Sturmes Gewalt herabgeſchleudert, todt auf das Verdeck. Andere kletterten an den Tauen hinauf, aber ſie vermochten das Segel nicht mehr zu regieren. Da lief der Kapitän ſelbſt und zerſchnitt mit ſeinem Sä⸗ bel die Stricke, womit die unteren Ragen an die Maſte befeſtigt waren und hoch auf wurde das Bram⸗ ſegel getrieben und flatterte in der Luft weit hinauf, bis es überſchlug und an den Spiren des Fockmaſtes hängen blieb.
„Rettet, rettet mir den Graf⸗Mörner!“ rief Nor⸗ croß;„brave Jungen, ſchont Euer Leben nicht, ſo wenig ich das meinige ſchone!“ Und Alle griffen zu und arbeiteten mit der Kraft der Verzweiflung. Eini⸗ gen Matroſen ſchoß das Blut unter den Nägeln her⸗ vor, aber vergebens war es, den Wellen Widerſtand zu leiſten. Der Schiffskaplan hatte ſelbſt eine Ru⸗ derſtange gehandhabt, da ſich das Schiff aber nichts deſtoweniger mit jedem Augenblicke dem Ufer mehr näherte, dahin ſauſend wie ein von der Senne los⸗ gelaſſener Pfeil, ſo warf er das Ruder weg und ſich ſelbſt auf den Boden, jämmerlich heulend und ſchreiend.
„Ei, hochwürdiger Herr, habt Ihr ſo ſchlechten Troſt für uns?“ redete ihn der Bootsmann an. „Steht auf und ſingt und betet. Das Meſſer ſteht


