verkündete, daß er die Wälle von Jütland deutlich ſähe. Es war Tag geworden. Der Kapitän wurde unruhiger und lief überall hin, um nachzuſehen und zu prüfen. Die Apathie des vorigen Tages ſchien ſich in Extrem verwandelt zu haben. Zum Erſtau⸗ nen der Ruderer erzählte er ihnen, daß zum Heil des Schiffs und der Mannſchaft eine höhere Hand ihn munter erhalten. Gegen Morgen habe er ein entſetzliches Brauſen in der Luft vernommen und da⸗ durch aufmerkſam aufgeſchaut, ſei er durch die Däm⸗ merung eines jener ungeheuren Waſſerberge anſichtig geworden, welche die Schiffer der Nordſee Deiningen nennen, der ſich auf das Schiff losgeſtürzt; er habe ſeine Seele Gott befohlen und nicht anders gemeint, als daß die Fregatte ſogleich in den Grund gehen würde, da aber ſei das Ankertau geriſſen und der losgebrochene Bö habe das Schiff mit einer von ihm noch nie geſehenen Schnelligkeit rückwärts getrieben. Er ließ doppelte Rationen Rum austheilen und er⸗ mahnte mit ungewohnter Unruhe zur Ausdauer. Dann ſtand er wieder auf dem Verdeck und betrachtete Him⸗ mel und Waſſer mit beſorglichen Blicken. Und als ſollte ſeine böſe Ahnung ſchnell in Erfüllung gehen, brauſte der Wind wilder ſich zum furchtbarſten Sturme herauf und wühlte das Meer zu immer hö⸗ hern Wellen empor, bis ſie gebirgshoch heranrollten. Jetzt befahl der Kapitän nicht mehr, er ſtürzte ſelbſt an die Taue, die Raaen klapperten, Segel wurden aufgerollt und gewendet, um das Schiff in der Rich⸗ tung zu erhalten, an den Maſten huſchten die Ma⸗ troſen auf und ab, am Steuer arbeiteten zehn Mann und was nur eine Ruderſtange führen konnte, griff an und arbeitete, was menſchliche Kräfte vermochten. Aber in demſelben Augenblicke kam das Schiff ſo weit
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