14
der furchtbare Ton des Sprachrohrs ſie aus dem Schlafe aufſchreckte. Die Stimme des Kapitäns er⸗ ſchallte dröhnend; in demſelben Augenblicke hörte man auch die gellende Pfeife des Bootsmanns und Alle liefen an ihre Poſten. Als die Erſten auf das Ver⸗ deck kamen, ſahen ſie Zuel an der Seite des Kapi⸗ täns, der den Knaben mit freundlichen Blicken be⸗ trachtete. Aber mit dieſem guten Zeichen— Nor⸗
däniſchen Gefangenſchaft noch nicht viel beachtet und ſich nicht wie ſonſt mit ihm abgegeben— erblickte man mit Schrecken das Schiff pfeilſchnell von ſtarken Wellen und jenem furchtbaren Sturmwind, der Bö genannt, gepeitſcht, dem jütländiſchen Ufer zutreiben. In wilder Unordnung liefen Alle unter und überein⸗ ander her, aber des Kapitäns Ruf ſtellte ſchnell, wie in ſeinen beſten Tagen, die Ordnung her. Er war wie umgewandelt, ſein Auge glühte, ſein Schritt dröhnte über das Verdeck, und die Matroſen riefen ſich im Angeſicht der größten Gefahr ſcherzend zu: „Der Bö hat ihm den Teufel beſſer auszutreiben ge⸗ wußt, als der Kaplan.“
„Wendet! wendet!“ erſcholl's,„legt Back! Setzt das Vorderbramſegel bei! Fallt ab vom Winde! Riemen! Riemen!“ Alle dieſe Befehle wurden faſt in eben ſo kurzer Zeit vollzogen, als gegeben. Das Schiff ging auch glücklich, den halben Wind durch⸗ ſchneidend, in nördlicher Richtung, obgleich mit der Schnelle des Vogelflugs, und die Anſtrengung aller Matroſen an der Ruderbank verſprach, es in dieſer glücklichen Richtung zu erhalten. Das Verdeck war wie gekehrt, und nur der Kapitän ſtand darauf und unterhielt ſich mit Zuel, der den Matroſen im Maſt⸗ korbe abgelöſt hatte und nun mit lauter Stimme


