Teil eines Werkes 
3. Theil (1856)
Entstehung
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ſammentreten und einen Rath halten, um zu einem vernünftigen Entſchluß zu kommen; denn wir werden uns doch bei Seemannsehre! nicht von einem Tollen dem Teufel in den Rachen führen laſſen? Es gibt noch andere Männer, die den Graf⸗Mörner zu des Königs beſſerer Zufriedenheit führen würden. Damit warf er ſich in die Bruſt und ſchaute ſelbſtgefällig um; aber Nie⸗ mand achtete auf ihn, und Meiſter Habermann ſagte: Mit Verlaub zu ſagen, Herr Magiſter, Euere Bibel kommt mir vor wie mein Bindezeug. Ihr habt da⸗ rinnen Alles, was man zu ener Seelenkur braucht, Zangen, die armen Seelen zu zwicken, Scheeren, ihnen die böſen Gedanken auszuſchneiden, Lanzetten und Meſſer, die gottloſen und läſteriſchen Geſchwüre zu ſtechen und zu ſchneiden. Na, ſucht den Aderlaß⸗ ſchnepper heraus und zapft des Kapitäns vollblütiger Seele ein paar Pfund ab. Das wird helfen. Geht, Magiſter!

Der Schiffsgeiſtliche leerte den Reſt von Grog aus ſeinem Glaſe, warf die Karte bei Seite, und zerrte aufſtehend an einem ledernen Riemen, der ihm über die Achſel lief, und an deſſen Enden ein in unſchim⸗ meres Schweinsleder gebundenes, mit meſſingenen Ecken und Clauſuren verſehenes Buch hing, gleich einer

Patrontaſche auf ſeiner linken Hüfte ruhend. Es war

ſeine Handbibel, die nun auf ſeinen Bauch zu liegen kam, riß die Haken mit einem verdrießlichen Geſichte auf und blätterte in den mit Grog getränkten und mit Schmutz bemalten Blättern. Der Bootsmann faßte ihn aber ohne Umſtände bei der Schulter und ſchob ihn mit herkuliſcher Kraft die Treppe hinauf. Der Kaplan hielt die Bibel ſo weit vor, als die Länge ſeiner Arme es geſtattete, um wo möglich jeden An⸗ griff des böſen Feindes aus dem Kapitän dadurch nie⸗